Auf einem Radschnellweg könnten Zweiradfahrer künftig durch die Wetterau sausen. Zwischen Darmstadt und Frankfurt ist bereits ein Teilstück ausgebaut.
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Auf einem Radschnellweg könnten Zweiradfahrer künftig durch die Wetterau sausen. Zwischen Darmstadt und Frankfurt ist bereits ein Teilstück ausgebaut.

ADFC fordert Radschnellweg

  • vonred Redaktion
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Wetteraukreis(pm). In weniger als zehn Jahren könnten Frankfurt und Bad Nauheim mit einem Radschnellweg durch die Wetterau verbunden sein. Als ideale Strecke hierfür biete sich eine Trasse entlang der Main-Weser-Bahn-Linie an, erklärt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC). Die Strecke zwischen Frankfurt-West und Friedberg wird in den nächsten Jahren viergleisig ausgebaut. Der Radfahrerverband sieht in der Verknüpfung beider Projekte eine historische Chance für den Radverkehr in der Rhein-Main-Region und spricht sich für die rasche Durchführung einer Machbarkeitsstudie aus.

Südlich des Mains wird bereits an der Raddirektverbindung Darmstadt-Frankfurt gebaut; das erste Teilstück ist seit Anfang Juni 2019 befahrbar. Auch nördlich der Metropole besteht ein hoher Bedarf nach einer direkten Radverbindung, die Frankfurt, Bad Vilbel, Karben, Wöllstadt, Friedberg und Bad Nauheim verbindet. Das ergab eine Korridoranalyse des Landes und der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH). Der Studie zufolge weist die Strecke ein Potenzial von täglich mindestens 2000 Radfahrern im alltäglichen Pendlerverkehr auf - und erfüllt damit eine wichtige Voraussetzung für den Bau einer Radschnellverbindung.

Das Finden einer geeigneten Trasse gehört zu den größten Herausforderungen bei der Planung eines Radschnellwegs. Ein Großteil des Radschnellwegs könnte entlang der Main-Weser-Bahnlinie zwischen Frankfurt-West und Friedberg (S6) verlaufen, die die Deutsche Bahn parallel zu den Gleisen als Wirtschafts-, Versorgungs- und Rettungswege ohnehin anlegen wird. Diese Trasse verläuft direkt, steigungsarm, weitgehend kreuzungsfrei und führt in die Ortszentren.

Aktive vom ADFC Ortsverband Bad Vilbel/Karben und vom Kreisverband Frankfurt haben im Frühjahr 2019 den Arbeitskreis "Radschnellweg Frankfurt-Wetterau" ins Leben gerufen. Gegenwärtig entwickelt der Arbeitskreis ein Konzept, das nicht nur den ungefähren Streckenverlauf des neuen Radschnellwegs umfassen, sondern auch Vorschläge für die Ausgestaltung der Infrastruktur beinhalten wird - etwa an welchen Stellen neue Fahrradabstellanlagen benötigt werden. Das Konzept soll im Herbst 2019 präsentiert werden. Nach den Vorstellungen des Arbeitskreises sollte dann eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. "Als Auftraggeber der Studie kommen die Anrainer-Kommunen in Betracht oder ein Zweckverband", sagt Christian Euler, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Bad Vilbel.

"Neben den Kommunen ist die Deutsche Bahn als Bauherr der Ausbaustrecke zentraler Akteur für den Bau des Radschnellwegs Wetterau", sagt Norbert Sanden, Geschäftsführer des ADFC Hessen. Sie könne Planung und Realisierung der Radschnellverbindung als Pilotprojekt übernehmen.

Baukosten: 25 bis 30 Millionen Euro

Bei den Baukosten für die rund 28 Kilometer lange Strecke zwischen Frankfurt und Bad Nauheim geht der ADFC-Arbeitskreis von einer Summe zwischen 25 und 30 Millionen Euro aus. Ein Großteil davon kann voraussichtlich aus Fördermitteln des Landes Hessen und des Bundes gezahlt werden.

Der ADFC betont zudem die Erweiterungsmöglichkeiten des Wetterauer Radschnellweges: Im Norden könne die Strecke bis Gießen geführt werden. Auch lasse sich durch Zubringer von Wölfersheim und Ober-Mörlen nach Bad Nauheim und von Nidderau über Schöneck und Niederdorfelden nach Bad Vilbel das Netz an schnellen Radverbindungen in der Wetterau in die Fläche ausdehnen.

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