»Abstützung für die Metropolregion«

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Wetteraukreis (pm). »Zuverlässige Prognosen über die künftige Entwicklung sind eine unverzichtbare Voraussetzung für langfristige Planungen und Entscheidungen. Die Wirtschaftsförderung Wetterau GmbH (wfg) ergänzt und interpretiert diesen datenbasierten Blick in die Zukunft mit Kenntnissen der lokalen Ebene, um die Region nachhaltig zu entwickeln«, schreibt die wfg in einer Mitteilung.

»Zu unserer Arbeit gehört es, vorausschauend Entwicklungen zu erkennen, um Strategien und Handeln daran auszurichten. Wir arbeiten Trends und Faktoren heraus, von denen wir annehmen, dass sie für die künftige Entwicklung der Region von besonderer Relevanz sind«, sagt wfg-Geschäftsführer Bernd-Uwe Domes. Ein wichtiger Ansatz dabei sei die interkommunale Zusammenarbeit, ergänzt sein Kollege Klaus Karger. Beispiele hierfür seien die Planung eines »Gewerbeparks der Zukunft« in Nidda oder die erfolgreiche Bewerbung für die Landesgartenschau in Oberhessen 2027.

Um Trends frühzeitig zu erkennen, beschäftigt sich die Wirtschaftsförderung intensiv mit der Analyse aktueller Entwicklungen und langfristiger Prognosen für den Wetteraukreis. So schreibt die wfg beispielsweise die Auswertungen der Beschäftigungs- und Einwohnerentwicklung jährlich mit aktuellen Daten des hessischen Statistischen Landesamtes sowie der Bundesagentur für Arbeit fort.

Trendwende bei Beschäftigung

Was die Beschäftigungsentwicklung anbelangt, ist dabei im Vergleich der Betrachtungszeiträume 1991 bis 2010 (-8,22 Prozent) und 2010 bis 2020 (+17,73) für die Kommunen des Altkreises Büdingen in der jüngeren Vergangenheit eine deutliche Trendwende erkennbar. Besonders stark profitieren im Wetteraukreis auch die Kommunen entlang der Entwicklungsachsen der Autobahnen A 5 und A 45.

Gleichzeitig seien bei Betrachtung des kurzfristigen Trends von 2019 auf 2020 in mehreren, insbesondere ländlichen Kommunen negative Entwicklungen zu verzeichnen. »Dies wird man im Auge behalten müssen«, sagt Domes, »es könnte aber zunächst auf die Auswirkungen der Corona-Krise zurückzuführen sein.« Grundsätzlich werde von führenden Forschungseinrichtungen prognostiziert, dass die Bevölkerung in Deutschland bis 2100 um rund ein Drittel sinken wird, wenn auch mit erheblichen regionalen Unterschieden.

Die Langzeitbetrachtung des Wetteraukreises im hessischen Vergleich zeige von 1987 bis 2018, dass der Kreis in den vergangenen 30 Jahren die stärkste Wachstumsdynamik zu verzeichnen hatte. Während im Nordosten Hessens die Bevölkerungszahlen um bis zu zehn Prozent sanken, stiegen sie im Wetteraukreis um über 22 Prozent.

Ausgleichsfunktion für Ballungsraum

Mit der Prognose zukünftiger Entwicklungen ist auch eine wohnbauliche Handlungsempfehlung an die einzelnen Kommunen verknüpft. Das lasse sich am deutlichsten ablesen anhand des Regionalen Entwicklungskonzepts Südhessen (REK), dass die Grundlage für die Flächennutzungsplanung bildet. Darin wird dem gesamten Raum Südhessen bis zum Jahr 2030 ein hoher Bedarf an neuen Wohneinheiten bescheinigt. Dieser Bedarf werde nicht vollständig an den entstehenden Stellen - vor allem in den hoch verdichteten Zentren - zu decken sein. Das REK sehe daher Ausgleichsfunktionen der umliegenden Wohnungsmarktbereiche vor, insbesondere auch im Wetteraukreis. »Aufgrund der anhaltend intensiven Entwicklungen in den Ballungsräumen sehen wir das Potenzial, dass der Wetteraukreis auch zukünftig von seiner signifikanten Abstützungsfunktion für die Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main profitieren kann«, sagt wfg-Projektmanager Oliver Schmidt.

In der Gesamtbetrachtung rechnet die wfg auch in Zukunft mit einem anhaltend moderaten Bevölkerungswachstum für den Landkreis insgesamt, das auf starken Impulsen in den Wohnraumbezirken Friedberg, Bad Nauheim, Butzbach und entlang den Schienenstrecken basiert, und abgeschwächten, aber zuverlässigen Impulsen bis in den peripheren ländlichen Raum des Wetteraukreises.

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