Marodes Gemeindezentrum

Abgelehnt: Keine neue Kita neben dem Wellenhaus

  • schließen

Neben dem maroden Kindergarten in der Wintersteinstraße kann keine neue Kita erbaut werden. Nun dürfte die Stadt am Ende der Taunusstraße eine neue Kita bauen.

Eine entsprechende Bauvoranfrage hat das Kreisbauamt nach Auskunft von Kita-Dezernent Markus Fenske (Grüne) abgelehnt. Begründet wird dies mit dem Denkmalschutz des "Wellenhauses". Die Kita-Mitarbeiter zeigen sich in einem offenen Brief an die Rathausspitze besorgt um den Fortbestand der Einrichtung.

Die Arbeitssituation werde "immer unerträglicher und belastender", schreibt die stellvertretende Kita-Leiterin Elke Holtzem in einem offenen Brief des Kita-Teams an Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) und Kita-Dezernent Fenske. Zum 31. Juli 2020 hat die Kirche den Betriebsvertrag der Kita gekündigt. "Das können wir sehr gut nachvollziehen, da wir tagtäglich in dem maroden Gebäude arbeiten. Es macht keinen Spaß, bei Regenwetter Eimer aufzustellen und den Eingangsbereich auszupumpen, da es durch die Decke tropft. Im Winter zieht es durch die undichten Fenster, warmes Wasser gibt es wegen der alten Wasserrohre schon lange nicht mehr für die Kinder." Das sei nur ein Teil der Schäden.

Die Kirche, aber auch die Stadt hat in den viel Geld in Sanierungen gesteckt. Jetzt sehe man, dass das Gebäude ein "Fass ohne Boden" sei. Doch wie geht es weiter? Und wie sieht die Zwischenlösung aus?

Zwei Vollzeitstellen nicht besetzt

Wie Holtzem schreibt, ist seit März eine Vollzeitstelle nicht besetzt. Hinzu kommt, dass die Kita-Leiterin die Einrichtung Ende Juli verlassen wird und eine andere Leitungsstelle antritt. Aufgrund der ungeklärten Situation werde diese Stelle wohl ebenfalls nicht besetzt. "Wir werden künftig auch Leitungsaufgaben übernehmen müssen und fragen uns: Wie lange können wir die zusätzliche Belastung aushalten? Wie sollen wir unserem pädagogischen Anspruch in dieser Notlage gerecht werden? Da uns die Kinder am Herzen liegen, sind wir bereit, die Herausforderung anzunehmen und gleichzeitig den Eltern eine Planungssicherheit bis Juli 2020 in der gewohnten Kita zu geben."

Die Mitarbeiter bitten um ein Gespräch und hoffen auf "schnellstmögliche Entscheidungen, damit das gut eingespielte Team nicht zerbricht und bei gleichbleibender Trägerschaft in einem neuen Gebäude starten kann. Was auch die beste pädagogische Lösung für die Kinder wäre."

"Nachdem die Bauvoranfrage negativ beschieden wurde, werden wir alles daran setzen, andere Lösungen zu finden, um die Fortsetzung der Trägerschaft durch die evangelische Kirche zu gewährleisten", sagte Fenske der WZ. Die rechtlichen Voraussetzungen würden gerade geprüft, Mitte Mai wisse man mehr. Unabhängig davon werde es weitere Gespräche geben. Deren Ziele: Der Weiterbetrieb der Kita bis zum 31. Juli, die Schaffung einer Übergangslösung und der Bau einer neuen Kita – wohl am Ende der Taunusstraße. Die Stadt sei bereit, die Mitarbeiter zu übernehmen – falls man denn keine Lösung finden sollte. Was Fenske aber nicht glaubt: "Wir bleiben am Ball."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare