Ortstermin (v. l.): Dr. Christiane Pfeffer, Bürgermeister Michael Keller und Bauamtsmitarbeiter Andreas Eigelsheimer.
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Ortstermin (v. l.): Dr. Christiane Pfeffer, Bürgermeister Michael Keller und Bauamtsmitarbeiter Andreas Eigelsheimer.

Und am Abend kommen die Bauherren mit den Plänen

Friedberg (jw). Im Westen der Kreisstadt entsteht Friedbergs größter Stadtteil: 4000 Menschen sollen einmal auf dem Steinernen Kreuz leben. Noch im Winter könnten die Arbeiten beginnen, und der zweite Bauabschnitt wird auch bereits geplant.

Wer einmal ein Haus gebaut (oder als Jugendlicher dabei geholfen) hat, kann das gut nachempfinden: Der Kaufvertrag ist unterschrieben. Auf dem Bebauungsplan ist das eigene Grundstück schon eingezeichnet. Ideen, wie das Eigenheim aussehen soll, gibt es zuhauf. Die Baustraßen sind auch schon fertig. Und so stehen fast jeden Abend irgendwo auf dem rund 4,7 Hektar großen ersten Bauabschnitt des Baugebiets Am Steinernen Kreuz junge Paare vor einem lehmigen Stück Land. Sie halten Pläne in der Hand, sie drehen sie hin und her, deuten hier und da hin, schreiten die Grenzen ab und träumen davon, wie es hier in einem Jahr wohl aussehen mag. Wenn das neue Haus steht. Gut möglich, dass die ersten Baufirmen noch in diesem Jahr anrücken.

»Hier ist schon viel passiert, und jetzt geht es zügig weiter«, sagt Bürgermeister Michael Keller. Zusammen mit Amtsleiterin Dr. Christiane Pfeffer und Andreas Eigelsheimer vom Bauamt steht er auf einer der Baustraßen, die aus den ehemaligen Äckern im Westen der Kreisstadt ein erschlossenes Baugebiet gemacht haben. Alle Versorgungsleitungen für Wasser, Strom, Gas, Telefon und Breitband liegen unter der Erde, die Laternenpfähle stehen auch schon.

Bauarbeiter walzen gerade die Erde auf den Gehwegen, ein Provisorium, wie ja auch die Straßen noch längst nicht fertig sind.

»Das ist der Vorstufenausbau«, sagt Andreas Fieseler, Bauleiter der Firma Hermanns AG aus Kassel. Der endgültige Asphaltbelag wird erst in zwei, drei Jahren aufgetragen, wenn die Eigenheime stehen. Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Straßen alle kaputt seien, wenn sie fertiggestellt würden, bevor die Baufahrzeuge für die Eigenheime anrücken. »Die Stadt macht alles richtig«, sagt Fieseler und lobt die Planung des Bauamtes: »Es gab nichts zu ändern, es hat alles gepasst, das ist ungewöhnlich.«

Wie Dr. Pfeffer erläutert, sind auf dem Gelände zwischen der Bebauung in der Anna-Kloos-Straße und dem Steinernen Kreuz rund 70 Bauplätze entstanden, die meisten davon für Eigenheime, hinzu kommen sechs Mehrfamilienhäuser. Mitte November werden die Kaufverträge beurkundet, dem Amt lägen schon Bauanträge vor. Pfeffer: »Einige werden unmittelbar mit dem Bauen anfangen.

« 270 Euro für den Quadratmeter mussten die Käufer zahlen, die Grundstücksgrößen reichen von 350 bis 600 Quadratmeter, je nach Wunsch der Käufer. Von den 400 Bewerbern, die es anfangs gab, blieben 170 Kaufwillige übrig. Zieht man die Bauplätze für jene Bürger ab, die dort vorher Ackerland besaßen und daher ein Vorkaufsrecht genießen, bleiben 45 Grundstücke, welche die Stadt vergeben konnte.

Es gibt also noch viele Bürger, die in Friedberg bauen wollen. »Deshalb arbeiten wir zügig an der Entwicklung des zweiten Bauabschnitts«, sagt Keller. Dieser zweite Abschnitt, 6,7 Hektar groß, erweitert das Baugebiet nach Süden; die Anna-Kloos-Straße wird dann auf die Heinrich-Busold-Straße treffen, die derzeit im Feld einige hundert Meter nördlich des Äppelwoiwegs endet. »Mit rund 4000 Einwohnern wird das der größte Stadtteil Friedbergs«, sagt Keller. Mit herrlichem Blick zum Taunus, mit Schulen, Kita und Lebensmittelmarkt, mit Breitband, Sportplätzen, Seewiese und einer B 3 in Reichweite, die man aber kaum hört. Die Bauherren dürfen schon mal träumen.

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