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Alltag für Berufspendler: Auch in Zeiten von Corona-Lockdown und Homeoffice bleibt die Zahl der Menschen, die auf dem Weg zur Arbeit weite Strecken zurücklegen, auf einem hohen Level.

Wohnungsbau statt Verkehr

68.000 Pendler aus dem Wetteraukreis: Deshalb fordert die IG Bau mehr bezahlbaren Wohnraum

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Die Zahl der Pendler, die den Wetteraukreis für den Weg zur Arbeit verlassen, bleibt trotz Coronavirus-Pandemie hoch. Die IG Bauen-Agrar-Umwelt hat deshalb Forderungen an die Politik formuliert.

Auch wenn die Staus abgenommen haben: Auch in Zeiten von Corona-Lockdown und Homeoffice bleibt die Zahl der Pendler im Wetteraukreis auf einem hohen Level. Im vergangenen Jahr verließen laut IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) rund 68 000 Menschen auf dem Weg zur Arbeit die Kreisgrenzen. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Demnach blieb die Zahl der Auspendler im Wetteraukreis mit einem Plus von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert.

Grund für viel Pendelverlehr: Zu teurer Wohnraum in den Ballungsgebieten

Zu den Hauptursachen für die anhaltend großen Pendelströme zählt nach Einschätzung der IG BAU Gelnhausen-Friedberg der teure Wohnraum in Städten wie Frankfurt. »Nach jahrelangen Mietsteigerungen können sich viele Beschäftigte das Leben am Arbeitsort nicht leisten. Ihnen bleibt als Alternative oft nur stundenlange Fahrerei mit dem Auto oder der Bahn«, wird der Bezirksvorsitzende Karl-Otto Waas zitiert. In der Baubranche seien weite Anfahrtswege besonders verbreitet. Es dürfe aber nicht sein, dass Bauarbeiter, die in Ballungsräumen Wohnungen bauten, sich diese selbst nicht mehr leisten könnten.

Die IG BAU fordert deshalb mehr Anstrengungen bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums. »Deutlich mehr Wohnungen, die sich in den Städten auch Gering- und Normalverdiener leisten können, sind ein entscheidender Beitrag, um die Pendler-Zahlen zu verringern«, sagt Waas. Dafür müsse die Politik klare Vorgaben machen, etwa indem kommunale Grundstücke nicht an den Meistbietenden verkauft würden, sondern an Bauherren, die sich zu bezahlbaren Mieten verpflichteten. Beim sozialen Wohnungsbau müssten die staatlichen Fördermittel massiv aufgestockt werden sowie einmal gebaute Sozialwohnungen dauerhaft preisgebunden bleiben.

Insgesamt rund 13 Millionen Pendler im Bundesgebiet

Dass Menschen in der Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen können, sei nicht nur eine soziale, sondern auch eine ökologische Frage: »Weniger Pendelei bedeutet für die Betroffenen mehr Zeit für die Familie, Freunde und Hobbys. Gleichzeitig kann ein erheblicher Teil der CO2-Emissionen im Verkehrssektor eingespart werden«, erklärt Waas weiter.

Nach Angaben der Arbeitsagentur verließen im vergangenen Jahr bundesweit vier von zehn sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf dem Weg zur Arbeit die Grenzen ihrer Stadt oder ihres Landkreises. Damit erreichte die Zahl der Fern-Pendler trotz Coronavirus-Pandemie einen Höchststand von 13 Millionen.

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