64 Luftfilter an 16 Schulen

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Wetteraukreis (pm/hed). Die Große Koalition im Wetteraukreis tat und tut zu wenig, um die Schulen in der schulfreien Zeit pandemiefest zu machen und auf die Wintermonate vorzubereiten. Dieser Ansicht ist die FDP und hatte mehrere Fragen an den von CDU und SPD dominierten Kreisausschuss gestellt, in dem mit Wolfgang Patzak auch ein FDP-Vertreter sitzt.

Nun gab es Antworten.

Bereits Ende Oktober 2020 hatte die FDP im Kreistag in einem dringlichen Antrag die Anschaffung von CO2-Ampeln für Klassenzimmer gefordert - was die Koalition mit Verweis auf das laufende Sonderprogramm für Schutzmaßnahmen an Schulen, das derartige Maßnahmen bereits beinhaltet, abgelehnt hatte.

Aus den Antworten auf den von der FDP eingereichten Fragenkatalog geht laut Sprecher Jörg-Uwe Hahn hervor, dass der Kreis im ersten Quartal 2021 64 mobile Luftfilter für 16 Schulen angeschafft hat. Besagte CO2-Ampeln hätten Schulen eigenständig bestellen und über die Betriebsmittel abrechnen können. Mit einem Rundschreiben Ende Oktober seien die Schulen zudem darüber informiert worden, dass die Anschaffung von mobilen Luftreinigern auf private Initiative grundsätzlich möglich sei. Vier Schulen hätten mit insgesamt 16 Geräten von dieser Regelung Gebrauch gemacht.

Die Frage, welche Investitionen der Kreis für den Corona-Schutz an Schulen seit März 2020 getätigt habe, beantworte der Landrat laut FDP-Pressemitteilung nicht. Eine vollständige Auflistung könne nicht erfolgen, da die Kosten kontinuierlich variieren würden, beispielsweise durch die Erhöhung der Reinigungsfrequenzen und -intensität, hieß es dazu vom Kreis.

Nichtbeantwortung laut FDP ein Affront

Auch die Frage der FDP, seit wann wie viele Corona-Luftfilter oder CO2-Ampeln in der Kreisverwaltung verwendet würden, habe Landrat Jan Weckler (CDU) nicht beantwortet.

FDP-Mann Hahn wertet das als »demokratiepolitischen Affront«. »Das Schweigen von Landrat Weckler bestätigt, dass wir Freie Demokraten als Opposition erfolgreich die Finger in die Wunde gelegt haben«, folgert der ehemalige Justizminister. Entweder gebe es in der Kreisverwaltung keine klaren Aufzeichnungen über die Ausgaben - »oder es wurde zu wenig getan und man möchte am liebsten nicht darüber sprechen«, vermutet die bildungspolitische Sprecherin Julia Raab.

Auf die Frage, ob der Wetter-aukreis erst zu spät hinsichtlich des Corona-Schutzes an Schulen tätig geworden sei, antwortet der Landrat, dass man »vor dem Hintergrund der bisher einmaligen Ausnahmesituation der Pandemie zeitnah und zeitlich analog zu anderen Landkreisen tätig geworden« sei. Dem widerspricht Hahn: »Der Landkreis Limburg-Weilburg hat jüngst beispielsweise beschlossen, 600 Luftfiltergeräte für seine Schulen anzuschaffen. Viele Kommunen haben für ihre Kitas bereits entsprechende Anschaffungen getätigt. Seit Monaten existieren Gutachten, welche die Wirksamkeit von mobilen Luftreinigungsgeräten zur Beseitigung von Viren in Klassenräumen beweisen.« Insbesondere wenn keine ausreichende Lüftungsmöglichkeit besteht, sind die Geräte laut Hahn sinnvoll.

»Die Wetterauer Schulen müssen endlich so ausgestattet werden, dass das Lernen in ihren Räumen auch in Hochphasen der Pandemie sicher ist«, fordert Raab. Auch für das Lernen zu Hause brauche man Konzepte und die entsprechende Ausstattung. Der Kreis habe die Digitalisierung der Bildungspolitik jahrelang verschlafen. Es fehle an Infrastruktur für den digitalen Unterricht, an pädagogischen Konzepten und an der Unterstützung für die Lehrkräfte und Schulleitungen.

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