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Der Rohbau des »City Quartiers« in der Friedberger Innenstadt steht, aktuell sind Bauarbeiter damit beschäftigt, die Fassade zu dämmen. Obwohl der Raum begrenzt ist, können Feuerwehrautos über eine Gasse (l.) zur Rückseite der Häuser gelangen.

City Quartier

Friedberg: 55 Wohnungen für die Innenstadt – Rohbau steht bereits

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Die Werkmann-Gruppe aus Dietzenbach baut auf dem Gelände der ehemaligen Maschinenfabrik Reuß in der Innenstadt von Friedberg 55 Wohnungen. Die Arbeiten gehen zügig voran.

Im Dezember 2017 lag die Baugenehmigung vor, im Januar 2018 sollte es auf der Baustelle in der Haagstraße losgehen. »Dann gingen die Probleme los«, sagt Karsten Schminke mit einem Schmunzeln. Kampfmittelräumdienst, Altlasten, Archäologie - das hält auf, aber das hat der Bauingenieur, der als Projektleiter den Bau des »City Quartiers« betreut, schon zig Mal erlebt. Trotz mancher nicht vorhersehbarer Umstände sagt Schminke: »Wir haben keinen Zeitdruck, wir liegen im Plan.« Im November soll die Gebäudegruppe an den Investor, einen Versicherungskonzern, übergeben werden. »Das schaffen wir.«

Friedberger Innenstadt: 55 Wohnungen entstehen

Über 30 Jahre lang lag das Reuß-Grundstück im Herzen Friedbergs brach. Es gab mehrere Interessenten und Ideen, letztlich erhielt die Dietzenbacher Werkmann-Gruppe den Zuschlag. Die Planung übernahm das Friedberger Architekturbüro BLFP. Projektleiter Schminke findet nur lobende Worte: »Das ist eine sehr gute Ausnutzung des Raums.«

Auf dem 3780 Quadratmeter großen Grundstück entstehen 55 Mietwohnungen, die bis zu fünf Zimmer haben. Alle Wohnungen haben Balkon, Loggia oder Terrasse. Die Heizungswärme kommt von einem Blockheizkraftwerk mit Gasbrennern.

Es gibt fünf mehrstöckige Baukörper mit ebenso vielen Postadressen (Haagstraße 9a bis e). Das Investitionsvolumen beträgt 14,2 Millionen Euro. Die Vermarktung bzw. Vermietung ist Sache des Eigentümers und folgt noch.

Die Häuser sind unterirdisch durch eine Tiefgarage mit 48 Plätzen verbunden. »Eine Tiefgarage in der Innenstadt, das ist wie ein Glas Bier in der Wüste«, sagt Schminke.

Karsten Schminke ist Projektleiter des City Quartiers.

Friedberg: Stadtcafé musste abgerissen werden

Die Einfahrt erfolgt von der Haagstraße 9, wo ein Neubau an der Straßenfront entstand. Das Nachbarhaus Haagstraße 7 (hier war das beliebte »Stadt-Café« untergebracht) gehört nicht zum Baugrund. Es musste aber abgerissen werden, nachdem sich gezeigt hatte, dass die Standfestigkeit nicht mehr gegeben war.

Die Werkmann-Gruppe kaufte auch dieses Grundstück, was sich für die Bauplanung als »Glücksfall« erwies, wie Schminke sagt. Jetzt gibt es in dem engen Viertel Platz für Baumaschinen und das Bauleiterbüro. Ein neues Haus soll hier gebaut werden, mit acht bis neun weiteren Wohnungen. Schminke: »Den Bauantrag haben wir eingereicht.«

Der Rohbau des City Quartiers in Friedberg steht bereits

Rohbau für das City Quartier steht

Anfang kommender Woche wird in der Haagstraße 9 das Dachgebälk aufgeschlagen, die Straße muss dann erneut gesperrt werden. Zwischen den im Innenhof gelegenen Gebäuden entstehen zwei große und ein kleiner Lichthof. Die Lüftungsschächte der Tiefgarage dienen dann als Bänke, Bäume werden gepflanzt. Eine Zisterne sammelt Regenwasser.

Der Rohbau steht. Aktuell sind die Bauarbeiter mit der Fassadendämmung beschäftigt, aber auch im Inneren der Gebäude wird gearbeitet. »Wir wollen so viel wie möglich parallel erledigen.« Innenausbau, Heizungen, Sanitäranlagen, der Einbau der Lüftung und der Stahltüren im Keller laufen gerade. Dass der Boden aktuell zu nass ist, um ihn aufzufüllen, weshalb die Arbeiter die großen Mengen an Dämmplatten nicht direkt bis zur Baustelle fahren konnten - das ist nur ein weiteres Problem, hält Schminke und seine Mitarbeiter aber nicht auf.

Die Arbeiten am City Quartier gehen voran.

Am Ende soll eine kleine Stadt in der Stadt entstehen, die an der Ostseite, zur Kaiserstraße hin, einen Lichthof mit direkter Verbindung zu den rückwärtig gelegenen Räumen der benachbarten Cafés hat. Soviel Lebensqualität muss sein.

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