Kraniche aus Papier gefaltet - mit der Origami-Technik- sind ein Symbol der Hoffnung.
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Kraniche aus Papier gefaltet - mit der Origami-Technik- sind ein Symbol der Hoffnung.

Freude machen auf Distanz

  • vonHanna von Prosch
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Die Kinder sind schon wochenlang im Wir- wollen-beschäftigt-werden-Modus, sie vermissen die Großeltern und umgekehrt. Väter und Mütter, im Homeoffice und erst recht wenn sie als Tageshelden ihrer Arbeit nachgehen, sind erschöpft. Und dann noch Ostern! Wegfahren geht nicht, Besuche machen auch nicht. Also sind Ideen gefragt, wie man Ostern in der Familie feiern und Gemeinsames erleben kann - ohne sich dabei zu nahe zu kommen.

Helfen, das Kreuz zu tragen

Gerade jetzt gibt es viele Menschen, die krank sind, Angst haben, Menschen, die besonders belastet sind, eben ein »Kreuz tragen«. Damit kann man den Kreuzweg Christi in der Karwoche auch Kindern nahebringen und Bewusstsein für die Situation schaffen. Denn jede und jeder kann anderen das Kreuz für ein Stück des Wegs abnehmen. Fragen an die Kinder: »Wer sind diejenigen, die für uns da sind und eine schwierige Arbeit für uns machen in den Krankenhäusern und im Alltag? Wie schaffen sie das? Was wünschen wir ihnen? Wie können wir helfen?«

Osternacht in der Familie

Die kleine Spanne vom Dunkel ins Licht, wie man sie in der Feier der Osternacht erlebt, kann man auch zu Hause mit der Familie eindrucksvoll gestalten: auf dem Balkon, im Garten, am Fenster nach Osten hin, wo um 6.12 Uhr am Ostersonntag die Sonne aufgeht. Jeder bekommt ein Licht. Leise Musik erklingt, oder jemand stimmt auf einem Instrument ein Lied an, und die anderen summen dazu. Man spricht ein Gebet, eine Fürbitte, denkt an Vertraute und Unbekannte. Dann zünden die Kinder mit ihren Lichtern eine große Kerze oder die Taufkerzen an. Denn am Ostertag erinnern sich die Christen an ihre Taufe. Sie vergewissern sich damit, nicht allein zu sein. Vielleicht sehen die Kleinsten danach sogar den Osterhasen vorbeihoppeln.

Wir »verreisen«

Wie wäre es mit Stöbern in alten Urlaubsalben, einer Reise mit dem Diaprojektor oder digital? Das ist spannend, und man entdeckt nicht nur neue Perspektiven des Urlaubsorts, sondern begegnet auch sich selbst und der Familie vor zehn, zwanzig oder vierzig Jahren. »Bist du das Opa? Ach wie lustig«, heißt es dann. Alte Erlebnisse, neue Erinnerungen. Großeltern können ihre Dias oder Alben zu den Kindern bringen und umgekehrt.

Einladung zum Osterschmaus

»Ostern bleibt die Küche kalt, denn wir lassen euch ein Menü liefern.« Das freut Familien, die weit voneinander entfernt leben. Aber bitte vorher eine Person einweihen, damit nicht umsonst gekocht wird. Dann kann man sich sogar digital zusammenschalten und ein leckeres »Danke!« posten.

Tütenwünsche

Aus buntem Papier Tüten basteln, ein Lied, ein Gedicht, ein Gebet hineinstecken und Nachbarn und Freunden in den Briefkasten werfen oder vor die Tür legen. Man kann sie auch an Luftballons heften und diese steigen lassen. Irgendwo wird sie jemand finden und sich freuen. Auch Origami-Kraniche sind ein schönes Ostergeschenk in Corona-Zeiten. Sie gelten als Symbol der Hoffnung.

Kuchen mit Applaus

Dem sich aufopfernden Pflegepersonal kann man »Danke« mit einem Osterkuchen oder einer Familienpizza sagen. Sicherheitshalber soll man nicht selbst gebackene Köstlichkeiten schenken, sondern liefern lassen. Davon haben dann auch die Geschäftsleute etwas. Ein blühender Frühlingskorb erfreut ebenfalls - per Fleurop sogar die entfernten Liebsten.

»Kinderbesuch« im Seniorenheim

Nicht real, sondern per gemaltem Bild mit persönlichem Foto: Erzieherinnen oder Eltern geben die bunte Bilderschnur im befreundeten Seniorenheim ab. Die Bilder haben die Kinder zu Hause gemalt. Das Persönliche ist das Foto des Kindes, denn so haben die älteren Menschen ein Gesicht vor Augen, das sie anlacht. Geht auch mit ausgeschnittenen Blumenbildern, Glückwunschkarten, lustigen Kindersprüchen.

Gute-Nachricht- Gutschein

Vorfreude tut gut: für die »Zeit danach« Gutscheine gestalten für Menschen, die man lange nicht sehen durfte und mit denen man so gerne etwas gemeinsam machen möchte - vom Fahrradausflug bis zum Zoobesuch.

Und noch mehr Ideen

Oder für sofort: Mutmach-Püppchen häkeln, Glücksbringer basteln, Tagesgedicht verschicken, feste Telefonzeit vereinbaren, mit Freunden oder Großeltern, gemeinsam die gleiche Hörfunk-/Fernsehsendung anschauen und darüber sprechen.

Viel Freude beim Freude machen! Und immer daran denken: Nicht alle haben digitale Möglichkeiten oder können sie optimal nutzen.

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