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Jörg Stürtz baut rustikale Außenküche

Zum Kochen, Backen und Bruzzeln in den Garten gehen

  • Sabrina Dämon
    VonSabrina Dämon
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Drei Jahre Vorlauf, 4000 Steine, unzählige Arbeitsstunden - im Urlaub hat Jörg Stürtz den Plan gefasst, eine Außenküche in seinen Garten in Staden zu bauen. Nun ist sie fertig.

Mit den Steinen holte sich Jörg Stürtz die Arbeit nach Hause. 4000 Stück, plus minus - nach seiner Rechnung würde er so viele brauchen, um seinen Plan von einer Außenküche im Garten realisieren zu können. Er sollte Recht behalten: Die Küche ist nach über einem Jahr Bauzeit fertig, und nur wenige Steine sind übriggeblieben.

Die Idee kam im Südfrankreich-Urlaub, erzählt Stürtz. Die Familie hatte ein Haus gemietet - inklusive Garten mit Außenküche. So, wie man es sich vorstellt, sagt er: »Mit Pizzaofen, ein bisschen verranzt, der Efeu ist in den Schrank gewachsen.« Die Küche drinnen im Ferienhaus blieb während des Urlaubs ungenutzt. »Wir waren nur draußen.«

Es dauerte nicht lange, bis er sich überlegte, dass sich so eine Außenküche auch gut im Garten in Staden machen würde. Erst einmal sei die Begeisterung zu Hause - bei seiner Frau und seinen Eltern, die im selben Haus wohnen - nicht allzu groß gewesen, wie er erzählt. Zumal dort, wo er die Küche hinbauen wollte, bereits ein schön angelegter Grillplatz gewesen ist.

4000 alte Steine vermauert

Was bei der Überzeugungsarbeit erschwerend hinzukam: Um die Küche mit Strom und Wasser zu versorgen, wollte er einen Graben für die Leitungen durch den Garten ziehen. Das ist aber alles schon eine Weile her. Inzwischen ist die Küche ist fertig, der Graben wieder geschlossen - und schon am Anfang, als Stürtz mit den ersten Steinen mauerte, war die Familie vom Projekt genauso überzeugt und begeistert.

Die Vorlaufzeit, bis er tatsächlich loslegen konnte, war allerdings lang. Denn: Was die Materialien anging, hatte Stürtz konkrete Vorstellungen. Er wollte auf keinen Fall neue kaufen, sondern alte Baustoffe verwenden.

Und so fing er an, Steine zu sammeln. Über drei Jahre, erzählt er, hat es gedauert, bis er 4000 zusammenhatte.

Rat von befreundeten Handwerkern

Die Steine stammen von drei Orten: von einem Kuhstall aus Kaichen, der abgerissen worden ist, von einem Scheunenabriss in Nieder-Wöllstadt sowie von einem Hausabriss in Bad Nauheim. Da die Steine verbaut gewesen waren, konnte Stürtz sie nicht direkt wieder verarbeiten - »ich habe jeden Stein in die Hand genommen und den Mörtel abgeklopft.«

Was auch zur Vorarbeit gehörte: Stürtz holte sich Rat bei befreundeten Handwerkern. Denn handwerkliches Arbeiten mache ihm zwar schon immer Spaß, aber, was das Mauern angehe: »Ich hatte vorher null Erfahrung.«

Schließlich war alles vorbereitet, und Stürtz hat mit der eigentlichen Arbeit begonnen - hauptsächlich am Wochenende, manchmal auch abends, nach Feierabend. Das, sagt er, »war ein guter Ausgleich«; zumal er als Hauptamtsleiter der Stadt Florstadt die meiste Zeit im Büro sitzt.

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Fenster aus alten Gebäuden

Letztlich hat er fast die komplette Außenküche selbstgebaut, Wände gemauert, die Verschalung gemacht, die Fenster (auch aus alten Gebäuden) eingebaut - nur für einige Arbeiten, zum Beispiel am Dach, hat er sich Hilfe von Profis geholt.

Ja, sagt er, »es war schon Arbeit. Und auch ein Corona-Projekt«. Vergangenes Jahr, im Sommer, als er mit dem Bau begonnen hatte, bekam er zudem mehrfach Besuch von einer Kamerafrau des HR. Sein Projekt wurde in der Sendung »Schrauben, sägen, dübeln - Unser Traumprojekt« gezeigt, die im öffentlich-rechtlichen Fernsehen läuft. Aber: Die Aufnahmen für die drei Folgen, in denen das Projekt von Stürtz zu sehen ist, waren zu Ende, bevor die Küche fertig gewesen ist. »Ich werde deswegen oft gefragt, wie es geworden ist.«

Einweihung mit Freunden

So, wie er es sich vorgestellt hat? Vielleicht sogar noch besser. »Wenn man so etwas anfängt, weiß man nicht, was es wird«, sagt er schmunzelnd.

Kürzlich dann die inoffizielle Einweihung: Paella-Essen mit Freunden, zubereitet in der Außenküche, die mittlerweile auch komplett eingerichtet ist - und, so der Plan, rege genutzt werden soll (dank des Dachs und noch nicht, aber bald eingehängter Holztüren auch im Winter). Zudem sei es praktisch für die Zubereitung von geruchsintensiven Speisen (Fisch, Kartoffelpuffer). Oder, wenn etwas aus dem Garten eingemacht werden soll: Gurken, Mirabellen »Es soll eine Allzweckküche sein. Für die ganze Familie.«

In der Sendung »Schrauben, sägen, dübeln« sind Jörg Stürtz und seine Familie in drei Folgen zu sehen. Die Sendung ist im Internet zu finden unter https://www.hr-fernsehen.de/sendungen-a-z/schrauben-saegen-duebeln/sendungen/schrauben-saegen-duebeln--unser-traumprojekt,sendung-101662.html.

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