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Bürgermeister Herbert Unger (2. v. l.) und Erster Stadtrat Gerold Helfrich (l.) bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung mit Peer Kohlstetter und Walter Erl (r.) von »YplaY«.

»Yplay« übernimmt Glasfaserausbau

  • David Heßler
    vonDavid Heßler
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Florstadt (hed/pm). Das Altenstädter Unternehmen »YplaY« soll für den Glasfaserausbau in allen Florstädter Stadtteilen sorgen. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde am Donnerstag unterzeichnet, teilt Bürgermeister Herbert Unger mit. Man sei auch mit Vodafone, der Deutschen Glasfaser und der Telekom im Gespräch gewesen; hier habe es allerdings keine flächendeckenden Angebote gegeben.

Zunächst wird sich »YplaY« jedoch um den Ausbau in Limeshain und Niddatal kümmern. Voraussichtlich im Frühsommer 2023 sei Florstadt dran, hieß es dieser Tage bei einer Infoveranstaltung der Grünen. Florstadt könnte an das Glasfasernetz der bereits erschlossenen Standorte Wickstadt und Altenstadt angeschlossen werden.

Laut Unger sollen in Kürze in einer Vorvermarktungsphase mit Unterstützung der Stadt »ausreichend Kunden« für eine wirtschaftliche Machbarkeit zum eigenfinanzierten Glasfaserausbau des Unternehmens gewonnen werden. Wie Walter Erl, Regionalchef von »YplaY«, bei der Onlineveranstaltungen sagte, müssten dazu rund 40 Prozent der Haushalte einen Vertrag über 24 Monate abschließen. Wer sich frühzeitig entscheide, spare die einmalige Anschlussgebühr, die bei einem möglichen späteren Abschluss 1500 Euro betrage. Außerdem sei das erste Anschlussjahr für die Kunden kostenfrei. Sofern die Pandemie es zulasse, sei der Beginn der Vermarktung bereit für den Sommer geplant, kündigte Geschäftsführer Peer Kohlstetter an. »YplaY« bietet Glasfaser-Hausanschlüsse mit Geschwindigkeiten von - je nach Tarif - bis zu 1000 Mbit/s im Download und 300 Mbit/s im Upload an.

TV-Streaming und Videokonferenzen

»Wir freuen uns, ein regionales Unternehmen gefunden zu haben, das ausschließlich mit eigenen Mitteln den Glasfaserausbau in Florstadt finanzieren möchte und eine langjährige Partnerschaft mit unserer Stadt beabsichtigt«, sagte Unger. In der Stadtverordnetenversammlung Ende Januar war der gemeinsamen Absichtserklärung bereits einstimmig zugestimmt worden.

Bei der digitalen Veranstaltung der Grünen hatten sich laut Organisator Gerhard Salz knapp 60 Personen über die Planungen in Florstadt informiert. Salz hatte die Veranstaltung bereits seit Oktober gemeinsam mit einem parteiinternen Arbeitskreis konzipiert und vorbereitet. Breitbandanschlüsse bis ins Haus würden künftig flüssiges TV-Streaming in höchster Auflösung und stabile Videokonferenzen im Homeoffice ermöglichen, freute er sich.

Die Telekom sei nicht bereit gewesen, an der Veranstaltung teilzunehmen. Über den Ausbaustand informierte deshalb Axel Faber für die Vorbereitungsgruppe. Für die meisten Florstädter Haushalte gebe es bislang VDSL-Anschlüsse mit 50 bis 250 Mbit/s. Gut 100 Glasfaser-Anschlüsse direkt ins Haus lägen lediglich in den beiden Neubaugebieten in Stammheim und Nieder-Florstadt. Für die Telekom komme ein sofortiges Ausbauprojekt in Florstadt nicht in Frage; darüber könne man frühestens 2022 mit ihnen sprechen, sagte Faber.

Niddatals Bürgermeister Michael Hahn berichtete, dass die Stadt seit 2015 einen Kooperationsvertrag mit »YplaY« hat; im Frühjahr 2021 beginne der Glasfaser-Ausbau in Kaichen. »Auch die letzte Milchkanne braucht gutes WLAN«, sagte Hahn. Selbst moderne landwirtschaftliche Betriebe, gerade auch im Ökolandbau, seien auf gute Datenverbindungen angewiesen.

Gerhard Salz begrüßt die Teilnehmer der Infoveranstaltung mit einem Glasfaserkabel.

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