rueg_MarkMockstadt_16022_4c
+
Die Grünen in Florstadt kritisieren, dass es zur Mark Mockstadt nach wie vor keine klare rechtliche Regelung gibt.

»Willkürliche Aufteilung«

  • vonRedaktion
    schließen

Florstadt (pm). Die Florstädter Grünen nehmen Stellung zu einer Veröffentlichung des Markmeisters Herbert Unger, der auch Bürgermeister der Stadt Florstadt ist: »Eigentlich war stadtintern vereinbart worden, Diskussionen über dieses Thema bis nach der Kommunalwahl ruhen zu lassen. Die verkürzte Darstellung dieser Problematik in der Öffentlichkeit veranlasst uns dazu, nun ebenfalls in die Öffentlichkeit zu gehen«, schreiben die Grünen in einer Pressemitteilung.

Die Mark Mockstadt sei ein zusammenhängendes Waldgebiet zwischen den Orten Heegheim, Staden, Ober- und Nieder-Mockstadt, das der Fürst zu Büdingen im Jahre 1848 zu gleichen Teilen den damals unabhängigen Orten vermacht hatte, heißt es weiter. Durch die Gebietsreform Anfang der 1970er Jahre seien die Teile von Staden und Nieder-Mockstadt an Florstadt gefallen, der Ober-Mockstädter Anteil an Ranstadt und der Heegheimer an Altenstadt. Eine vertragliche Regelung wie mit dieser Situation umzugehen ist, sei in den 60er Jahren angestoßen, jedoch nie in eine rechtsgültige Form gebracht worden. »Wie in früheren Berichten bereits erwähnt, führt diese Situation nun dazu, dass allen alles gehört, aber keinem nichts, ähnlich wie in einem Erbfall mit drei Erben. So lange sich alle drei Beteiligten in ihren Entscheidungen einig sind, können diese auch gefällt werden. So funktionierte die Sache auch jahrzehntelang«, meint Fraktionsvorsitzende Gudrun Neher. Der Nachteil dieser Lösung sei nun aber, dass der Wert der Mark, der sich auf rund 3,5 Millionen Euro belaufe, in keinem Haushalt der beteiligten Städte aufgeführt sei, was die Haushaltsrevision des Wetteraukreises jährlich anmahne. »Hier also eine klare rechtliche Regelung zu schaffen erscheint somit zielführend.« Problematisch werde es allerdings, wenn die drei Beteiligten unterschiedliche Ansichten bezüglich der Aufteilung haben. Ein vom ehemaligen Bürgermeister Landmann aus Ranstadt gemachter Vorschlag, die Anteile gemäß der damals vom Fürsten gemachten Aufteilung festzuschreiben (Altenstadt und Ranstadt je 25 und Florstadt 50 Prozent) sei abgelehnt worden, da Altenstadt eine Verschlechterung seines aktuellen Eindrittelstimmrechts sah. Mittlerweile lehne auch Ranstadt diesen Vorschlag ab.

Verzicht wäre unverhältnismäßig

Diese Aufteilung mache insofern Sinn, wenn man sich betrachte, zu welchen Anteilen die Mark Mockstadt in die heutigen Stadtgrenzen fällt: Von der Fläche her gehören 63,2 Prozent zu Florstadt, 36,5 zu Ranstadt und nur 0,3 Prozent zu Altenstadt. »So wie es verständlich ist, dass Ranstadt einen größeren Anteil als Altenstadt für sich beansprucht, so unverständlich ist es, dass Florstadt beim jetzigen Verteilungsvorschlag von Markmeister Unger - 45 Prozent für Florstadt, 30 für Ranstadt und 25 für Altenstadt - auf einen großen Teil seiner Ansprüche verzichten würde, nur um einen Konsens zu erzielen«, so die Grünen. Sie fragen: »Wird hier das Erbe unserer Vorfahren verschachert? Welche Vorteile hat Florstadt durch diesen unverhältnismäßigen Verzicht auf Eigentumsanteile?«

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare