Homeschooling im Corona-Lockdown: In der Wetterau bekommen Kinder Dinge gezeigt, die wirklich nicht zum Unterricht passen.
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Homeschooling im Corona-Lockdown: In der Wetterau bekommen Kinder Dinge gezeigt, die wirklich nicht zum Unterricht passen.

Unbekannter Hacker

Nach Porno-Vorfall im Homeschooling: Sicherheitsupdate soll Schüler vor Hackern schützen

  • Rüdiger Geis
    vonRüdiger Geis
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Verstörender Vorfall in der Wetterau: Plötzlich war das Bild der Lehrerin aus der Homeschooling-Konferenz verschwunden. Stattdessen erschienen pornografische Inhalte.

Update vom Sonntag, 24.01.2021, 12.06 Uhr: Der Fall sorgte über die Region hinaus für Aufsehen: Im Homeschooling der Florstädter Schule erschien plötzlich ein pornografisches Bild. Unklar ist laut Polizei momentan, wie es der noch nicht bekannten Person gelungen war, sich Zugang zur Videokonferenz zu verschaffen. Dies bedürfe weiterer Ermittlungen. Diesbezügliche Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler aus den in den nächsten Tagen noch anstehenden Vernehmungen. Die Schule installierte nach dem Vorfall laut Polizei ein Sicherheitsupdate für den Heimunterricht während der Pandemie. Möglicherweise hätten die Unbekannten die Zugangsdaten zum Chat gekannt.

Hacker kapern Homeschooling und schocken Zweitklässler in der Wetterau

Update von Freitag, 22.01.2021, 10:15 Uhr: Das Anzeigen von pornografischen Inhalten während einer Videokonferenz im Homeschooling einer zweiten Klasse an der Florstädter Karl-Weigand-Schule soll nicht der einzige Fall dieser Art gewesen sein. Laut einem Ministeriumssprecher werden Konferenzen zwischen Lehrern und Schülern schon öfter gestört. In „ganz wenigen Einzelfällen“ spiele auch Pornografie eine Rolle, wie die „hessenschau“ berichtet.

Bei dem Vorfall aus der Wetterau am vergangenen Dienstag (19.01.2021) hat sich ein Unbekannter mit einem angeblichen Mädchennamen in eine Videokonferenz eingeloggt, die Lehrerin aus dem Meeting entfernt und den teilnehmenden Zweitklässlern Pornos gezeigt. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Verbreitung pornografischer Schriften, wie ein Sprecher am Donnerstag mitteilte.

Verstörender Vorfall bei Homeschooling - Zweitklässer aus der Wetterau sind schockiert

Erstmeldung von Mittwoch, 20.01.2021, 21:41 Uhr: Der pandemiebedingte Schulunterricht zu Hause ist für die Lehrkräfte und die betroffenen Kinder ohnehin schon eine enorme Belastung und fordert gegenüber dem normalen Unterricht im Klassenzimmer von allen Beteiligten zusätzlich Kraft und Konzentration.

Da macht ein Vorfall umso mehr sprachlos und betroffen, der sich am Dienstagnachmittag ereignete: Ein Leser dieser Zeitung meldete gestern, dass tags zuvor gegen 17 Uhr im Homeschooling der zweiten Klasse an der Florstädter Karl-Weigand-Schule das Bild der unterrichtenden Lehrerin plötzlich verschwand und dafür ein pornografisches Video auf dem Bildschirm zu sehen war.

Homeschooling in der Wetterau: Nach Hacker-Eingriff sind „alle schockiert“

»Wir sind alle schockiert«, erklärt Schulleiterin Franziska Burkhard. Jemand müsse sich von außen unberechtigt Zugang zum System verschafft haben, der über entsprechendes Computerwissen und kriminelle Energie verfüge. Der Vorfall sei bei der Polizei angezeigt worden, die nun in der Sache ermittle.

Homeschooling ist derzeit für viele an der Tagesordnung. In der Wetterau hatten nun offenbar Hacker ihre Finger im Spiel.

Wetterau: Polizei nimmt Vorfall beim Homeschooling nicht auf leichte Schulter

Die Schule will jetzt die Sicherheitsstandards erhöhen, teilte Burkhard mit. Bis der Sachverhalt vollends geklärt ist, werden zunächst einmal keine Videokonferenzen über andere Plattformen stattfinden. Das Lernmanagementsystem des Wetteraukreises (wtkedu) bleibt davon ausgenommen. Allerdings sei eine hundertprozentige Sicherheit nicht machbar. Der Unterricht soll aber unter veränderten Rahmenbedingungen heute wieder starten, sagt die Schulleiterin.

Die Polizei bestätigte auf Anfrage, dass es ein Ermittlungsverfahren wegen der Verbreitung pornografischer Inhalte gebe. Man nehme den Fall nicht auf die leichte Schulter, da es sich hier um einen Straftatbestand handele, der mit Blick auf das Alter der betroffenen Schülerinnen und Schüler sogar eine größere Erheblichkeit habe, erklärte Corina Weisbrod, Pressesprecherin der Polizeidirektion Wetterau in Friedberg.

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