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Besuch bei Möbel Straube: (von links) Steffen Baumgartl, Uwe Baumgartl, Norbert Nanz und Jörg-Uwe Hahn.

»Unzeitgemäße Zettelwirtschaft«

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Florstadt (pm). Der FDP-Landtagsabgeordnete Jörg-Uwe Hahn ist kürzlich bei der Möbel Straube GmbH in Florstadt zu Gast gewesen, um sich bei dem Familienunternehmen über die Entwicklung und aktuelle Schwierigkeiten in der Branche zu informieren. Geschäftsführer Uwe Baumgartl und Norbert Nanz sowie das jüngste Unternehmensmitglied Steffen Baumgartl empfingen den Liberalen.

Seinen Ursprung hatte das Unternehmen nicht an seinem heutigen Standort, sondern in Erfurt. Hier gründete 1896 Otto Straube eine Schreinereimeisterwerkstatt, fertigte und verkaufte auch Möbel. Heute werden in Florstadt auf rund 10 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche Möbel und Küchen verkauft.

Später siedelte sich das Unternehmen zunächst in Offenbach an und kam dann an den heutigen Standort in der Wetterau. Das Traditionsunternehmen beschäftigt rund 50 Mitarbeiter, davon zehn Familienmitglieder. »In diesem Jahr feiern wir das 125-jährige Jubiläum. In den vergangenen Jahren haben wir durch umfangreiche Modernisierungs- und Neubaumaßnahmen unsere Fläche vergrößert und uns erheblich modernisiert«, berichtete Uwe Baumgartl.

Als Vollsortimenter stelle man kein Mitnahmemarkt dar, in der Regel müsse die Ware bestellt werden. Bekannt sei man gerade auch aufgrund der umfangreichen Küchenausstellung. Auf die Frage des FDP-Politikers, wie groß das Geschäftsgebiet des Unternehmens sei, antwortete Nanz: »Den Großteil unseres Umsatzes erzielen wir in einem Radius von etwa 40 Kilometern. Dennoch kommt es auch oft vor, dass wir auch in einem größeren Umkreis Auslieferungen tätigen.«

Rund 110 000 Prospekte würden wöchentlich von dem Unternehmen in die Haushalte der Region gestreut.

Die Familienunternehmer nutzten die Gelegenheit, um Hahn einige Hinweise auf Probleme, die das Möbelhaus belasten, mit auf den Weg zu geben. »Der Fachkräftemangel betrifft unser Unternehmen sehr. Es wird immer schwieriger für uns, geeignetes Personal im Verkauf und in der Montage zu finden«, so Baumgartl und Nanz.

Viel Bürokratie und Lieferprobleme

Als man während der Corona-Pandemie für einige Mitarbeiter Kurzarbeit beantragen musste, sei deutlich geworden, dass dies bürokratieintensive Folgen mit sich bringt. »Wir mussten unzählige Formulare ausfüllen, was enorme Kosten verursacht hat«, berichtete Baumgartl.

Auch von Lieferschwierigkeiten im Zuge der Corona-Pandemie sei man noch heute betroffen. »Der Geschirrspüler ist das Klopapier des Möbelhandels«, erklärte Nanz. Die Lieferschwierigkeiten beträfen insbesondere elektronische Geräte für Küchen, aber auch Holzprodukte.

»Deutschland belastet Bürger und Unternehmen mit unnötiger Bürokratie. Regelungen, die niemand mehr versteht und eine aus der Zeit gefallene Zettelwirtschaft machen den Alltag unnötig schwer. Spätestens durch die Corona-Pandemie ist deutlich geworden, dass die Digitalisierung kein Luxusprojekt ist, sondern konsequent vorangetrieben und für einen Bürokratieabbau genutzt werden muss«, sagte der ehemalige Justizminister Hahn. Auch für den Fachkräftemangel seien endlich Lösungen gefragt. Dieser sei schon lange kein Mythos mehr, sondern bittere Realität und »eine Gefährdung unserer starken Wirtschaft«.

Für den FDP-Abgeordneten war es ein eindrucksvoller Besuch: »Bei Familienunternehmen wie Möbel Straube spürt man immer die besondere Leidenschaft für die Produkte und den Betrieb. Mit dieser Motivation kann man auch herausfordernde Zeiten erfolgreich stemmen und ein Unternehmen dauerhaft auf Erfolgskurs halten.«

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