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Traktortreffen bei Kälte und Regen

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Florstadt-Stammheim(sl). Die Freude bei den Stammheimer Traktorfreunden, die am Wochenende ihr 21. Traktortreffen feierten, fiel verhalten aus: Das schlechte Wetter hatte die Kultveranstaltung am Bolzplatz regelrecht verhagelt. Der sonst rege Zuspruch blieb diesmal aus; am Malwettbewerb beteiligten sich gerade mal drei Kinder. Wegen der Witterung sagte man die Live-Vorführungen mit der historischen Dreschmaschine ab. Nichtsdestotrotz sorgten die Bands "Sunbow" am Samstag und "Sauladen" am Sonntag für ausgelassene Party-Stimmung.

Sophia Böcher, Maja Beck und Lars Hinkel hatten so tolle Bilder mit Traktoren gemalt, dass sie alle mit einem Spielzeugtraktormodell samt Ballenpresse belohnt wurden.

Beim Geschicklichkeitsfahren der Erwachsenen gab es ein Novum, denn mit Collin Zimmermann gewann kein Traktorfahrer den Ritt samt rohem Ei über eine Rüttelpiste, sondern ein Jugendlicher. Collin ist mehrfach behindert und auf einen Spezialrollstuhl angewiesen, den er mit seinem Kinn steuert. Es galt, ein rohes Ei über eine acht Meter lange Distanz auf einem Löffel zu befördern, der an der vorderen Anhängerkupplung angebracht war. Die 27 Teilnehmer, von denen nur ein Fahrer sein Ei verlor, mussten in einem Zug bis zum Ende fahren, wo der Abstand zum Ei gemessen wurde. Collin fuhr direkt bis an die Zielstange heran und gewann mit null Zentimetern. Eng ging es auch auf den weiteren Plätzen zu: Martin Lebeau aus Friedberg-Fauerbach kam auf sechs Zentimeter Abstand, unmittelbar dahinter folgte Harald Winter aus Nieder-Mockstadt mit sechseinhalb Zentimetern.

Nachbau der Daimler-Motorkutsche

Trotz des regnerischen Wetters mangelte es nicht an der Qualität der Fahrzeuge. So hatte sich ein Auto-Enthusiast aus dem Ohmtal auf den Weg nach Stammheim gemacht, der einen Nachbau der Daimler-Motorkutsche, das erste selbstfahrende Automobil, mitgebracht hatte. Überhaupt zog der Bolzplatz an diesem Wochenende manche automobile Besonderheiten an, die stolz präsentiert wurden. Der Zuspruch der Traktoristi, wie sich die Traktorfans und -fahrer in Anlehnung an eine italienische Nobel-Sportwagenmarke gern selbst nennen, war dabei ungebrochen. Ganz gleich, ob das gute alte Stück Landwirtschaftsmetall auf vier Rädern gänzlich restauriert und im neuen Lack erstrahlte oder als verstaubter Scheuenfund auf den Anhänger geschnallt worden war. Viel Rauch und reichlich Lärm produzierten die alten Lanz-Bulldogs - wenn ausreichend vorgeglüht worden war.

Schon am Dienstag hatten die Traktorfreunde ihr neues Festzelt aufgebaut - kleiner, aber trotzdem fein. Direkt danach kamen die ersten Camper, die ihre mobilen Unterkünfte in Stellung brachten. Am Sonntag wartete der Traktorclub mit einem kostenlosen Frühstücksbüfett auf. Die Verantwortlichen dankten Metzger Lukarsch, den vielen helfenden Vereinen und allen Gästen.

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