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Das Familienunternehmen Möbel Straube ist seit 1967 in Florstadt ansässig - und das soll nach dem Willen des Parlaments auch so bleiben. Deshalb soll die Stadt gegen die Ansiedlungspläne des »Möbelriesen« Segmüller in Bad Vilbel vorgehen.

Stadt stärkt Straube den Rücken

  • vonCathrin Lutz
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Florstadt (cat). In aller Deutlichkeit hat das Florstädter Parlament die geplante Ansiedlung des Möbelhauses Segmüller in Bad Vilbel kritisiert. Zum Schutz des ortsansässigen Gewerbes - konkret geht es um Möbel Straube - solle der Magistrat dem Regierungspräsidium Darmstadt und dem Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main »deutlich erklären, dass die Ansiedlung eines gigantischen Möbelhauses von 45 000 Quadratmetern Verkaufsfläche gegen die Interessen von Florstadt verstößt«.

Laut Grünen-Antrag, der einstimmig angenommen wurde, soll die Stadt dem Regionalverband im laufenden Verfahren eine ablehnende Stellungnahme zusenden. Auch Rechtsmittel seien zu prüfen.

Mitte Dezember hatte die Regionalversammlung Südhessen beschlossen, sowohl den Regionalplan als auch den Flächennutzungsplan so zu ändern, dass in Bad Vilbel ein 45 000 Quadratmeter großes Möbelhaus der Firma Segmüller, ähnlich dem in Weiterstadt an der A 5, entstehen kann. Segmüller soll zudem auf 3600 Quadratmetern Verkaufsfläche auch »Nichtmöbelprodukte« anpreisen dürfen. 40 000 Quadratmeter Lager und Hunderte Parkplätze sollen hinzukommen.

Die Städte Bad Homburg, Frankfurt, Eschborn und Friedberg sind zu den Plänen bereits gehört worden, haben dagegen protestiert und prüfen wegen der Existenzangst ihrer Gewerbebetriebe derzeit eventuelle Klagemöglichkeiten.

Die Florstädter Grünen begründeten ihren Antrag mit »sicherlich stark fallenden Umsätzen« im Möbelhaus Straube. Dies wiederum würde Auswirkungen auf die Anzahl der momentan 45 Arbeitsplätze in dem Familienbetrieb und die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt Florstadt haben.

Bürgermeister Herbert Unger (SPD) sprach von einem wichtigen Antrag, kritisierte aber den Weg der Grünen. Denn vor dem parlamentarischen Antrag hatten diese bereits eine Pressemitteilung dazu herausgegeben. Florstadt sei im ersten Anlauf gar nicht gehört worden, kritisierte Unger. Dann habe man die Möglichkeit der Stellungnahme bis zum 3. Februar erhalten. Man überlege, sich einer bereits klagenden Kommune anzuschließen, statt eigene Rechtsmittel zu prüfen. Es sei schwierig, gegen die Ansiedlung vorzugehen, man wolle es aber trotzdem versuchen. Die ablehnende Stellungnahme der Stadt sei in Arbeit und werde fristgerecht eingereicht.

Torsten Trupp (SPD) sagte, es gelte, das heimische Unternehmen Straube zu schützen und mit der Ablehnung ein Zeichen zu setzen, auch wenn man die Realisierung kaum allein verhindern könne. Er schlug noch eine redaktionelle Änderung im Antrag vor, der von den Grünen abgesegnet wurde. »Nicht einverstanden mit dem, was auf uns zukommt« zeigte sich auch Christel Schmidt (CDU). Einen Versuch, sich dagegen zu wehren, sei es allemal wert.

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