Eichenprozessionsspinner können zu gesundheitlichen Beschwerden führen: Die Haare der Raupen sind giftig.	FOTO: DPA
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Eichenprozessionsspinner können zu gesundheitlichen Beschwerden führen: Die Haare der Raupen sind giftig. FOTO: DPA

Mit Sprühkanonen gegen Raupen

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Florstadt (pm). Aufgrund der Klimaveränderungen breitet sich der Eichenprozessionsspinner immer stärker in Deutschland aus. Auch in Florstadt hat sich diese Falterart in den vergangenen Jahren stark vermehrt. Besonders viele Tiere gab es 2019 in Nieder-Florstadt am Waldfriedhof und in der Altenstädter Straße.

Das Problem: Die Brennhaare der Raupen des Eichenprozessionsspinners können allergisch bedingte Reaktionen bei Menschen verursachen - von Hautreizungen bis zu Augenreizungen und Atemnot. »Eine vorbeugende Bekämpfung der Raupen ist daher zum Schutz der menschlichen Gesundheit zwingend angeraten«, betont der städtische Umweltberater Alfred Schlosser.

Im Frühjahr gibt es die Möglichkeit, die Verbreitung der Raupen einzudämmen, bevor diese ihre gefährlichen Brennhaare ausbilden. Die Stadt hat eine Fachfirma aus Bad Vilbel mit der Ausbringung eines biologischen Bakterien-Präparates beauftragt, um Raupen des Eichenprozessionsspinners in öffentlichen Bereichen bzw. an stark frequentierten Stellen zu bekämpfen - voraussichtlich ab Montag, 20. April. Schlosser betont: »Das Bakterien-Präparat wirkt selektiv und lokal gegen die Larven des Eichenprozessionsspinners. Auswirkungen auf andere Lebewesen sind daher nicht zu erwarten.«

Die vom Eichenprozessionsspinner befallenen Bäume stehen unter anderem in der Altenstädter Straße, am Buchwaldring (Verkehrsinsel), in der Kirchwegallee, am Waldfriedhof und Spielplatz am Kamerun sowie auf dem Waldsportplatz in Nieder-Florstadt; auf dem Spielplatz in Ober-Florstadt; beim Kindergarten im Park Staden und auf dem Spielplatz beim Bürgerhaus in Nieder-Mockstadt sowie am Sportplatz in Stammheim.

Das Mittel wird im sogenannten Vernebelungsverfahren ausgebracht, mithilfe einer Art Sprühkanone, die an einem Traktor befestigt wird. Die Stadt weist darauf hin, dass dabei ein leichter Film des Präparats auf Scheiben und Gegenständen entstehen kann. Dieser stelle für Menschen aber keine Gefahr dar und könne abgewaschen werden. Fahrzeuge sollten am Ausbringungstag nicht unter den Eichen geparkt werden. Dies betrifft insbesondere die Altenstädter Straße in Nieder-Florstadt. Die Stadt werde die Flächen so weit wie möglich sperren bzw. kennzeichnen.

Damit die Maßnahme erfolgreich sei, gelte es, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten. Schlosser: »Wichtig sind unter anderem die Temperatur und das Entwicklungsstadium der Eichenblätter. Außerdem sollte in den Tagen nach der Spritzung kein Regen fallen.« Nach derzeitigem Stand der Dinge soll voraussichtlich ab Montag, 20. April, mit den Maßnahmen begonnen werden.

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