Preisverfall im Forst

  • vonOliver Potengowski
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Florstadt(sax). Mit einem großen Defizit rechnet Revierförster Werner Uhrig für das nächste Jahr. Bei der Vorstellung des Waldwirtschaftsplans in der Stadtverordnetenversammlung erläuterte er, dass den für 2021 vorgesehenen Ausgaben von 185 650 Euro nur Einnahmen von 130 750 Euro gegenüberstehen. Sowohl die hohen Aufwendungen als auch die niedrigen Erträge sind eine Folge der großen Schäden in den Wäldern.

Weil durch Borkenkäferbefall in allen Wäldern die Fichten sterben, gibt es ein Überangebot, das zu einem massiven Preisverfall geführt hat. Früher habe man 80 bis 100 Euro für einen Festmeter Fichtenholz bekommen, inzwischen liege der Preis bei 15 bis 20 Euro. Weil allein schon die Kosten für das Fällen und verkaufsfertige Aufarbeiten höher als 20 Euro seien, entstehe mit jeder verkauften Fichte ein Verlust.

Dabei seien die Kosten der Wiederaufforstung noch nicht berücksichtigt. Denn diese beschränkten sich nicht nur auf das Pflanzen neuer Bäume. "Wir gehen davon aus, wenn die Kultur gepflanzt ist, dass wir mindestens noch fünf Jahre pflegen müssen." Dazu gehöre zum Beispiel Brombeeren zurückzuschneiden, damit die jungen Bäume gerade heraus wachsen.

Douglasie statt Fichte

"Nicht nur die Fichte, auch die Buche fällt aus", stellte der Revierförster fest. An der Sonnenseite der Bäume falle die Rinde ab, das sei der sogenannte Sonnenbrand. "Das ist die intensive Sonneneinstrahlung, der der Baum nicht gewachsen ist", erläuterte er. Eine wichtige Ursache der Schäden sei die Trockenheit. "Was das Klima, zumindest die Niederschläge betrifft, bräuchten wir eine Trendwende."

Christel Schmidt (CDU) erkundigte sich, welche Baumarten als Ersatz gepflanzt werden. "Sind da Bäume geplant, die in 50 Jahren gutes Geld bringen?" Sie regte an, Edelhölzer zu pflanzen. Uhrig erläuterte, dass nicht jede Baumart für jeden Standort geeignet sei und sich die Qualität der Standorte durch die trockenen Jahre verändert habe. "Fichte ist absolut ungeeignet für die Zukunft", betonte er. Als Nadelholz setze er auf Douglasie, die trockenresistenter sei. "Das sind alles Versuche, weil niemand vorhersehen kann, was in Zukunft wird."

Gudrun Neher (Grüne) erkundigte sich, ob Hessen Forst aktuelle Grundwasserstände aus den Wäldern habe. Er habe zwar keine genauen Zahlen, sagte Uhrig. Aber das Niveau von vor drei Jahren sei noch nicht wieder erreicht.

Die Stadtverordneten nahmen den Waldwirtschaftsplan einstimmig an.

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