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Nostalgie im Zweitakter-Qualm

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Von: Cathrin Lutz

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Reichlich Gelegenheit zum Fachsimpeln und zum Austausch von Anekdoten bietet das Kreidler-Treffen des MSC Nieder-Florstadt. © Cathrin Lutz

Florstadt (cat). Nach der Premiere 2009 und der coronabedingten zweijährigen Zwangspause hat es nunmehr bis ins Jahr 2022 gedauert, bis der MSC Nieder-Florstadt das Dutzend voll machen konnte. Am vergangenen Wochenende hat das zwölfte Kreidler-Treffen stattgefunden, das längst zum Moped-Treffen für alle gängigen Marken avanciert ist.

Und so kam es auch diesmal, dass sich über 120 Mopeds der Marken Kreidler, Simson, Garelli, Vespa, Zündapp, Herkules und so manche mehr ein Stelldichein gaben. Der Festplatz an der Willy-Brandt-Straße, von jeher Austragungsort der MSC-Außenaktivitäten, war schon früh am Sonntagvormittag mit Abgasqualm der Zweitaktmotoren geschwängert, denn auch in diesem Jahr wurde das Treffen von zwei Ausfahrten gekrönt.

Zwei Ausfahrten in den Vogelsberg

Die kleine Runde für die langsameren Maschinen wie Mofas und Mopeds führte unter der Leitung von Sportleiter Udo Forbach über 45 Kilometern Richtung Vogelsberg und wieder zurück nach Nieder-Florstadt.

Michael Erlenmaier führte parallel dazu die stärkeren Maschinen wie Leicht- und Kleinkrafträder über 60 Kilometer in die gleiche Richtung. Zurück zum Festplatz konnten sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Ausfahrten zunächst ausführlich stärken.

Die Zeit wurde gerne zum Fachsimpeln genutzt, schnell kam man ins Gespräch mit Fahrern und Schraubern, die allerhand sehenswerte Vehikel zur Schau stellten. Da wurden spezielle Umbauten bestaunt und besonders gelungene Lackierungen gelobt. Und jeder, der eine größere Restaurierung mit seinem geliebten Zweirad durchlebt hatte, wusste von so manchem emotionalen Moment zu berichten. Alleine was die Ersatzteilbeschaffung betrifft, werden zumeist abenteuerliche Wege beschritten, um das zweirädrige Herzstück wieder salonfähig und vor allem fahrbereit zu gestalten und zu erhalten. Beim Thema Ersatzteile statteten viele Besucher den Ständen von Thomas Kauffeld aus Hasselroth und Arno Klein aus Waldfischbach-Burgalben einen Besuch ab. Für viele der Verzweiflung nahen Schrauber wird Kleins Stand zum Mekka für seltene und originale Ersatzteile. Deshalb macht sich der rüstige Rentner auch jedes Jahr wieder aus seiner Heimat zwischen Heidelberg und Saarbrücken auf die über 200 Kilometer lange Reise in die Wetterau: weil er helfen will, »helfen und heilen«. Denn das Gros der Teilnehmer sind nun mal keine jungen Leute, die altersbedingt bislang nur einen Führerschein für Mofa oder Moped besitzen, sondern gestandene Mannsbilder - und natürlich auch Frauen - die diesem Hobby frönen. Und für die ist so mancher betagte Zweitakter längst zum liebgewordenen Familienmitglied geworden.

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