Auf diesem Gelände gegenüber der Sporthalle soll in Nieder-Florstadt ein neuer Kindergarten für erst einmal fünf Gruppen entstehen - mit der Option, ihn zu erweitern.	FOTO: LUTZ
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Auf diesem Gelände gegenüber der Sporthalle soll in Nieder-Florstadt ein neuer Kindergarten für erst einmal fünf Gruppen entstehen - mit der Option, ihn zu erweitern. FOTO: LUTZ

TC gibt Fläche ab

Neue Kita in Florstadt kommt neben Tennisclub

  • vonStephan Lutz
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Der neue Kindergarten für Nieder-Florstadt wird neben dem Tennisclub und somit gegenüber der Sporthalle errichtet.

Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer jüngsten Sitzung mit einer Enthaltung aus dem CDU-Lager Fakten geschaffen. Der Tennisclub (TC) hat sich bereit erklärt, einen Teil seines Geländes abzutreten und für den neuen Fünf-Gruppen-Kindergarten zur Verfügung zu stellen. Mit dem Erlös will der TC Florstadt seine bestehenden Tennisplätze sanieren und zukunftssicher gestalten.

Geld für Sanierung der Tennisplätze

Über einen Projektsteuerer hatte die Stadt vier infrage kommende Grundstücke auf ihre Tauglichkeit für den Kindergarten-Neubau hin überprüfen lassen. Anhand der zu erwartenden Kinderzahlen plant die Stadt eine Tagesstätte mit fünf Gruppen sowie Erweiterungmöglichkeiten um zwei zusätzliche Gruppen, da das Gebäude der Kita »Lummerland« in der Kirchgasse inzwischen einen baulich schlechten Zustand erreicht habe. Nicht nur aufgrund dieser Vorgaben fiel die Wahl auf das Grundstück neben dem Tennisclub, der einen Teil seines Vereinsgrundstück abtreten und deshalb den bestehenden Erbbaupachtvertrag auflösen will.

Hintergrund ist die dringend notwendige Sanierung von vier Tennisfeldern, die den Verein rund 130 000 Euro kosten werden. 30 000 Euro kann der TC selbst aufbringen, den Rest müsste die Stadt übernehmen. »Bei einem Bauvolumen von rund 5,5 Millionen Euro wären das nur zwei Prozent«, erläuterte Erster Stadtrat Gerold Helfrich. Er hatte zu Jahresbeginn in der krankheitsbedingten Abwesenheit von Bürgermeister Herbert Unger einen Verhandlungstermin mit dem TC-Vorstand wahrgenommen. Je nachdem, welche Fördermittel der Verein in Anspruch nehmen kann, würde sich dieser Betrag reduzieren. »Es handelt sich hier um eine Grundstücksfläche von rund 7800 Quadratmetern, was im ungünstigsten Fall einen Betrag von unter 13 Euro pro Quadratmeter bedeuten würde«, sagte Helfrich. Er berichtete von einem sehr offenen und vertrauensvollen Gespräch mit dem Verein und unterstützte die Magistratsvorlage.

Für die SPD erläuterte Dieter Richter einen Änderungsantrag seiner Fraktion, der in erster Linie eine Sperre für den TC Florstadt für investive Baumaßnahmen für die nächsten 20 Jahre aus den Mitteln der städtischen Vereinsförderung vorsieht. Gleichzeitig soll der TC 20 000 Euro für die Sanierung der vorhandenen Plätze aus diesem Fördertopf erhalten und weitere 35 000 Euro für die vorzeitige Ablösung des Erbbaupachtvertrags. Diese Änderung wurde mit einer Gegenstimme der CDU angenommen und die gesamte Grundsatzentscheidung anschließend mit einer CDU-Enthaltung auf den Weg gebracht. Die Gesamtsumme von 55 000 Euro für den Tennisclub bedeuten für die Stadt somit exakt ein Prozent der Bausumme und einen Quadratmeterpreis von 7,15 Euro.

Diese Änderungen ziehen jedoch neue Gespräche mit dem TC nach sich, welcher der eigentlichen Beschlussvorlage des Magistrats bereits auf einer Mitgliederversammlung Anfang März zugestimmt hatte. Bürgermeister Unger will sich nun auf die Suche nach einem neuen Kompromiss machen. Für die CDU konnte Christiane Wehrum-Hötzel die Zustimmung ihrer Fraktion bekunden. Für die Grünen sprach Gudrun Neher zunächst Bedenken aus, die aber zerstreut werden konnten, da Synergieeffekte mit der in unmittelbarer Nachbarschaft bestehenden Kita »Nachtweide« erreicht werden sollen.

Ersatzbau für »Lummerland«

Unger sagte abschließend, dass der Logik nach eigentlich ein neuer Kindergarten in den zweitgrößten Stadtteil gehöre, also nach Nieder-Mockstadt. Aber die zu erwartenden Kinderzahlen sprächen eine andere Sprache, auch weil der neue Kindergarten über kurz oder lang als »Lummerland«-Ersatzbau anzusehen sei.

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