Eins der komplexeren Spiele ist "Munchkin Dungeon", das sich entsprechend hinziehen kann. Aber auch kürzere Spiele liegen im Trend, etwa "Kai Piranja". FOTO: LUTZ
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Eins der komplexeren Spiele ist "Munchkin Dungeon", das sich entsprechend hinziehen kann. Aber auch kürzere Spiele liegen im Trend, etwa "Kai Piranja". FOTO: LUTZ

Mehr als Mühle und Monopoly

  • vonStephan Lutz
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Florstadt(sl). "In einer Reihe mit Städten wie Hannover, Kassel oder München zu stehen, macht uns schon ein bisschen stolz", sagt Marcus Denig vom "Heimspiel" Leidhecken. Der kleine Club war am Wochenende einer von 75 Anbietern weltweit, welche die abgesagte Spielemesse in Essen zumindest zum Teil ersetzten. Denn dort, wo die Verlage ihre Neuheiten jährlich vor 200 000 Besuchern präsentieren, blieben diesmal die Tore coronabedingt verschlossen. Der Ausrichter hatte als Alternative eine virtuelle Messe mit lokalen Spieletreffs vorgeschlagen - Leidhecken machte mit.

Eindeutiger Publikumsliebling

Der Club "Heimspiel" lud ins Heim des SV "Germania" ein. Im Mittelpunkt standen die Neuheiten der Spieleverlage, um die Denig und seine Mitstreiter sich selbst gekümmert hatten. Anmeldungen erfolgten online, und dank eines ausgeklügelten Hygienekonzepts inklusive Desinfektion der Spiele stand der Ausrichtung nichts im Wege. Die eher weniger gut besuchten ersten beiden Tage nutzten die Veranstalter, um sich selbst in die neuen Spiele einzulesen und sie auszuprobieren.

Das Angebot umfasste Spiele für besondere Zielgruppen, reine Kinder-, klassische Familien- und sogenannte Kennerspiele. "In Spiele-Cafés wird das nachgeholt, was den Besuch der Messe ausmacht: das Erleben und das Erfühlen der Neuheiten", erklärte Steffi Denig von "Heimspiel". "Die Teilnehmer wissen das Angebot zu schätzen, denn man muss bei uns nicht stundenlang auf einen freien Platz am Spieletisch warten." Die Organisatoren hatten 27 Verlage angeschrieben, sodass zu Beginn der Leidhecker Messe 56 nagelneue Spiele zur Verfügung standen. Sie bereichern auch künftig das Angebot von "Heimspiel", zu dessen Fundus über 800 Spiele gehören.

Mit den Neuheiten werden alle Genres bedient: Quiz-, Krimi-, Rollen-, Puzzle-, Biet- und Satire-Spiele und neben Umsetzungen von erfolgreichen PC- zu Brettspielen auch Kooperationsspiele. Publikumsliebling am Wochenende in allen Altersgruppen war "Kai Piranja", das einige Zeit vergriffen war und nun wieder erhältlich ist. Escape-Spiele liegen weiter voll im Trend. Ganz neu auf dem Markt sind auch "Einwegspiele", die klein, handlich und günstig einfach aufgerissen werden. Und nicht nur wegen der Pandemie gibt es immer mehr Zweipersonen-Spiele oder auch Solo-Umsetzungen für einen Spieleabend allein. Anspruchsvoll, weil sie über 30 Stunden dauern, sind "Legacy-Spiele", die sich während des Spielens entwickeln.

Für den Club "Heimspiel" war es auch wichtig, mit der Messe ein Lebenszeichen zu setzen, schließlich ruhten seit März alle Aktivitäten. "Und die Leute sollen wissen, dass Brettspiele mehr als Mühle, Dame und Monopoly sind", betont Marcus Denig. Auf sein Hygienekonzept will der Club aufbauen und sich künftig - sofern es die aktuellen Auflagen zulassen - wieder immer am ersten Samstag im Monat ab 19 Uhr im Sportheim treffen.

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