"Endstation Pasta" ist Markus Karger auf den Leib geschrieben. In Leidhecken brilliert er als kochender Entertainer. (Foto: hkr)
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"Endstation Pasta" ist Markus Karger auf den Leib geschrieben. In Leidhecken brilliert er als kochender Entertainer. (Foto: hkr)

Markus Karger berichtet vom Kochen als Martyrium

Florstadt-Leidhecken (sl). Markus Kargers Leibgericht ist wohl Pasta – Spaghetti Bolognese, um genau zu sein. Zumindest ließ er sich am Wochenende an gleich zwei Abenden über den kulinarischen Hochgenuss aus.

Der Glauburger Schauspieler, Mitglied des "Theodobo", des "Theaters ohne doppelten Boden", gastierte mit seinem Solo-Programm "Endstation Pasta" im ausverkauften Leidhecker Bürgerhaus. Eingeladen hatte der Förderverein der Stadener Kita "Mikäsch".

Karger begeisterte ab der ersten Minute mit seinen Entertainer-Qualitäten, werkelte mit geschwungenem Messer, köchelte, dass es den gesamten Saal mit Essensduft durchzog und philosophierte über das Leben – hauptsächlich aber übers Kochen als Herausforderung und Martyrium. Er zitierte Tricks und Kniffe der Fernsehköche und die seiner Mutter. Die habe zwar nie besonders gut gekocht, deswegen aber auch keinen Abstand davon genommen. "Aber sie wusste immerhin, in welche Richtung die Zwiebeln aufzuschneiden sind." Insiderwissen, das Karger gerne mit dem Publikum teilte. Das hing ihm an den Lippen, amüsierte sich köstlich über seine Probleme mit Korkenzieher und Dosenöffner. Karger interagierte mit seinem Publikum, das nicht nur das Aroma des Rotweins riechen, sondern sich auch Käsestückchen auf der Zunge zergehen lassen durfte.

Keine Bolognese in Bologna

Das gezeigte Stück stammt aus der Feder von Jean-Michel Räber, einem Schweizer. Karger spielt die One-Man-Show seit 2010 in leicht veränderter Version, war damit bereits in der gesamten Wetterau und auch in Berlin unterwegs. Inzwischen eilt ihm sein Ruf voraus, unter den Zuschauern in Leidhecken waren Marburger und Darmstädter.

Karger berichtete, für ihn sei es jedes Mal verwunderlich, dass sich Menschen aus dem Publikum nach dem Stück tatsächlich für seine Kochresultate interessierten – obwohl bei ihm zuvor – live und in Farbe, mittendrin statt nur dabei – abgelaufenes Hackfleisch vom Discounter und übertrieben viele Kräuter zum Einsatz gekommen waren.

Die Köchelei wurde lediglich von einer schöpferischen Pause unterbrochen, in der Getränke und Snacks gereicht wurden. Passend zur "Endstation Pasta" gab’s einen Antipasti-Teller mit lukullischen Spezialitäten, organisiert vom Team des Fördervereins um Vorsitzende Tony Lohmann.

Die Gäste erfuhren, dass es in Bologna gar keine Spaghetti Bolognese gibt, wie wichtig es ist, als Gastgeber den Käse anzuschneiden und vor allem, wie Kargers Treffen mit dem Paten der "Pasta Connection" ausgegangen war. Die Zuschauer wurden aber auch Zeuge, wie wandlungsfähig und stimmgewaltig Karger singen kann und wie er sich in Szenen als Folteropfer der vegetarischen Untergrundbewegung, mit feindseligen Eingeborenen oder wilden Gorillas versetzt.

Nina Jüngling, Vorstandsmitglied des Fördervereins, hatte bei dem Bühnen-Ass eine Benefiz-Veranstaltung angefragt. Karger sagte sofort zu. Der Erlös beider Vorstellungen kommt der Kita zugute. Damit soll die Inneneinrichtung des Bauwagens finanziert werden, den der Förderverein gekauft hatte und der am Wald der "Schlauen Füchse" stationiert werden soll.

Tony Lohmann fiel an beiden Abenden die Aufgabe zu, die Gäste zu begrüßen. Die Veranstaltung war dermaßen schnell ausverkauft, dass man sich mit Karger auf einen zweiten Auftritt verständigte.

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