Malerin Marina Dietz will zum Nachdenken anregen

Florstadt (sl). Große Beachtung fand dieser Tage die Vernissage einer neuerlichen Gemäldeausstellung im Rathaus Nieder-Florstadt. Mit Marina Dietz aus Stammheim konnte Bürgermeister Herbert Unger die mit Abstand jüngste Künstlerin begrüßen, die je zu "Kunst im Rathaus" eingeladen wurde.

Unger stellte die 36-jährige Stammheimerin und ihr vielseitiges und vielschichtiges Wirken vor. Landschaftsbildern, die an Bob Ross erinnerten, stünden in schwarz, weiß und grau gehaltene Gemälde gegenüber, die dank eines strukturellen "3 D-Effekts" geradezu ins Auge stechen würden, kommentierte Unger das Spektrum ihrer Werke. Die Künstlerin selbst beschrieb ihre Arbeiten dergestalt, dass sie eine Emotion beim Betrachter erreichen und zum Nachdenken anregen möchte. Diese Wünsche prägten ihre Motivauswahl, so Dietz, die mit der Ausstellung kein spezielles Thema abhandelt, sondern einen Querschnitt ihrer Werke präsentiert. Die 30 Bilder entstanden zum größten Teil in den vergangenen zwei Jahren.

Im Gespräch mit der WZ machte sie deutlich, dass ihr die Liebe zur Malerei und das Talent bereits mit in die Wiege gelegt wurden. Kindheit und Jugend waren von Porträt-, Tierbildern und Stillleben mit Bleistift, Kohle oder Tinte dominiert. Obwohl ihre Werke bereits in Schulen ausgestellt wurden, ergriff sie beruflich einen ganz anderen Weg: Sie wurde Bürokauffrau.

Ihre komplette Aufmerksamkeit gehöre derzeit der Acrylmalerei, auch wenn sich in die Ausstellung im Rathaus ein einziges Ölgemälde eingeschlichen hätte. "Inspiration finde ich überall", sagt die Künstlerin, die für einen 3 D-Effekt auch schon mal Modellierpaste, Kordel oder Kies mit ins Bild integriert. Marina Dietz, die nie eine künstlerische Ausbildung genoss oder ein Malschule besuchte, ist Autodidaktin. Sie bringt Motive auf die Leinwand, "die vor meinem geistigen Auge entstehen" oder einer Idee entspringen, "die ich während des Malens ausarbeite, und die erst dann Formen annimmt".

Parallel zur Ausstellung bei "Kunst im Rathaus" in Nieder-Florstadt stellt sie noch bis Ende Oktober und dann wieder im Januar und Februar im Foyer des Bürgerhospitals in Friedberg aus. Zudem sei sie in die Broadway Gallery in New York eingeladen worden, erzählt Marina Dietz, die sich auch mit Lyrik beschäftigt.

Die Ausstellung wurde im Beisein lokaler Kunstkenner und -könner wie Roland Schumann oder Dieter Eckhardt, Vertretern der Künstlergruppen "Kraniche" oder "Florstadt creativ" sowie Künstlerinnen und Künstlern, die zuletzt ihr Schaffen und Wirken im Rathaus ausgestellt hatten, eröffnet. Die Gemälde sind während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung bis Ende Dezember zu sehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare