Vertreter der drei Vereine "Niddageister", "Sachsenhäuser" und der Landfrauen geben Bürgermeister Herbert Unger den Stadtschlüssel zurück. 	FOTO: SL
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Vertreter der drei Vereine »Niddageister«, »Sachsenhäuser« und der Landfrauen geben Bürgermeister Herbert Unger den Stadtschlüssel zurück. FOTO: SL

Längste Narrenherrschaft der Region zu Ende

  • vonStephan Lutz
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Florstadt (sl). Seit dem Samstag nach dem 11. November sind die Florstädter Narren im Rathaus an der Macht gewesen. Und damit mit am längsten in der gesamten Region - am gestrigen Aschermittwoch gaben sie nun den Schlüssel und somit auch die Regentschaft zurück an Bürgermeister Herbert Unger. Der war gerade erst wieder ins Amt zurückgekehrt, nachdem ihn ein Rückenleiden über fünf Wochen außer Gefecht gesetzt hatte.

Aber die närrischen »Niddageister« aus Nieder-Florstadt, die »Sachsenhäuser« aus Stammheim und die Landfrauen aus Nieder-Mockstadt freuen sich schon auf die nächste Amtsübernahme in der Kampagne 2020/21.

Doch zwei Tage nach den Vorfällen in Volkmarsen und mit nur ein paar Tagen Abstand zu dem Anschlag in Hanau, war die Stimmung gedrückt. »Trotz Volkmarsen haben wir nix abgeblasen« sagte Yannik Steinmacher, Sitzungspräsident der »Niddageister«. Ähnlich sah es Bürgermeister Herbert Unger: »Ob in Volkmarsen, Hanau oder anderswo - solche Verbrecher sind ein menschlicher Griff ins Klo, doch von solche Deppe lasse mir uns ned verdrieße, und erst recht ned de Karneval vermiese«. Gerade das große Finale beim Karnevalsumzug in Stammheim, das wieder einmal bei bestem Wetter mit strahlendem Sonnenschein vonstatten ging, wollte niemand missen.

Und Unger zog auch gleich sein Resümee: »Ich glaub ihr habt jetzt genug gefeiert und gelitte, jetzt kehrt wieder Ruh ein in meiner Hütte, Glückwunsch und Dank für eure Arbeit, die wieder reichlich war, jetzt awwer de Schlüssel her, hinaus mit Euch und Tschüss bis zum nächsten Jahr, Helau.«

Persönlich war es für Unger jedoch eher eine schmerzliche Session: »Viele Woche krank, das hat’s noch nie gegebe, nix war’s mit Fastnacht und einen hebe, stattdessen vollgepumpt mit Medikamente, verbracht ich die Kampagne in de eigene vier Wände«.

Umtrunk mit Imbiss zum Abschluss

Auch Yannick Steinmacher ließ den Blick zurück wandern auf eine erfolgreiche Session: »Wir waren wieder außer Rand und Band, waren bei unsren Freunden im ganze Land, ham gefeiert und getrunke, in de Sitzunge mit der Hand gewunke, jetzt ist’s vorbei mit der Fastnachtspracht, uns hat’s wieder richtig Spaß gemacht, der Hering kommt nachher noch in die Schüssel - und ein sag ich Dir: hier haste de Schlüssel.«

Unter Applaus und Helau-Rufen wurde die Schlüsselrückgabe zelebriert, ehe der Rathausschef die Vertreter seiner drei Fastnachttreibenden Vereinen zu einem abschließenden Umtrunk mit Imbiss einlud wie es die Tradition seit vielen Jahren will.

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