Begehrt: Für den zweiten Abschnitt im Baugebiet Stammheim gibt es bereits 34 Bewerber auf 18 Bauplätze. FOTO: ARCHIV/LUTZ
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Begehrt: Für den zweiten Abschnitt im Baugebiet Stammheim gibt es bereits 34 Bewerber auf 18 Bauplätze. FOTO: ARCHIV/LUTZ

Kinder nur erstattungsrelevant

  • vonStephan Lutz
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Florstadt(sl). Kontrovers diskutiert und schlussendlich doch die Verwaltungsvorlage in der Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich abgestimmt: So erging es den neuen Richtlinien zur Vergabe städtischer Baugrundstücke in allgemeinen Wohngebieten. "Die EU zwingt uns zu dieser Überarbeitung", hatte Bürgermeister Herbert Unger die Vorlage erläutert, in der Kinder der Bauplatzbewerber künftig nicht mehr als Bewertungsparameter zählen sollen.

Hatte man im jüngsten Baugebiet in Stammheim noch bewusst den Zuzug junger Familien mit kleinen Kindern bevorzugt, um die Standorte von Kindergarten und Grundschule zu sichern, dienen Kinder nun nur noch für Erstattungen auf den Quadratmeterpreis. "Wir wollen bauwillige junge Leute nicht warten lassen, aber wir wollen unsere subventionierten Bauplätze auch nicht an Leute vergeben, die in Florstadt noch keinen Cent Steuern gezahlt haben", erläuterte der Rathauschef die aktuelle Lage.

Denn für den zweiten Bauabschnitt im Baugebiet Stammheim gibt es bereits 34 Bewerber auf 18 Bauplätze. Christel Schmidt (CDU) sprach von einheitlichen neuen Regeln und hoffte auf die Integration der Neubürger und deren Engagement im Ehrenamt. Torsten Trupp (SPD) wertete die Neufassung als transparente, faire und gleichberechtigte Grundlage für die Bauplatzvergabe.

Einstimmig segnete das Florstädter Stadtparlament in der Folge den Kalkulationsentwurf der Stadtverwaltung für Quadratmeterpreise von kommunalen Bauflächen ab. Die Preise, so Trupp, orientierten sich nach Bodenrichtwert, der Lage und dem Infrastrukturangebot. Mit den neuen Festsetzungen halte man das ortsübliche Niveau und sei immer noch vergleichsweise günstig. Einig war man sich schließlich auch über einen Kinderbonus: bis zwei Kinder bringen fünf Prozent Nachlass, ab drei Kinder reduziert sich der Quadratmeterpreis um zehn Prozent. 2017 betrug der Kaufpreis in Stammheim im "Lacheweg" noch 220 Euro pro Quadratmeter. Für den zweiten Bauabschnitt wird der Preis nun auf 230 Euro angepasst. Den gleichen Betrag fordert die Stadt von Interessenten der sechs neuen Bauplätze in Nieder-Mockstadt, die im Zuge der Innenentwicklung an der Goldbachstraße entstanden.

Im Baugebiet "Am schwarzen Berg" zwischen Nieder- und Ober-Florstadt, ist nach der Klärung der Erbfolge ein letztes 389 Quadratmeter großes Grundstück zu veräußern. Hier wird der Preis auf 250 Euro pro Quadratmeter festgesetzt. Dem eingeräumten Rederecht für den Ersten Stadtrat Gerold Helfrich im Parlament ist es zu verdanken, dass der zweite Bauabschnitt im Neubaugebiet "Lacheweg" in Stammheim künftig den Straßennamen "Am Oberholzberg" tragen wird.

Abstimmung für "Oberholzberg"

Die Entwicklungsfortschritte machten es jetzt bereits erforderlich, dass sich das Stadtparlament mit der Namensfindung und Namensgebung befasste. Im Ortsbeirat hatte man sich auch bereits mit dem Thema beschäftigt. Das städtische Bauamt hatte zwei Vorschläge zur Auswahl gestellt, die von den angrenzenden Arealnamen abgeleitet waren: "Vor dem Oberholz" oder "Am Lachegraben".

Helfrich, der seit über 60 Jahren in Stammheim lebt, stellte klar, dass bei diesem Gebiet nur vom "Oberholzberg" die Rede sei. Das Parlament überstimmte somit den Ortsbeirat, der sich für "Vor dem Oberholz" entschieden hatte und an dessen Sitzung Helfrich urlaubsbedingt nicht teilnehmen konnte: "Sonst hätte ich das damals schon im Ortsbeirat klargestellt".

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