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Sicher stehen: Beim Apfelfest wird auch die Einholmleiter demonstriert.

Keltern, kosten und knacken

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Florstadt (pm). Der Arbeitskreis »Streuobstwiesen in Florstadt« hatte kürzlich zum Apfelfest in die Ober-Florstädter Streuobstwiesen eingeladen. Geboten wurde frisch gekelterter Apfelsaft, zahlreiche Apfel- und Pflaumenkuchen sowie Kostproben regionaler Keltereien. Die Resonanz sei prächtig gewesen, wie die Veranstalter mitteilen.

Seltene Sorte mitgebracht

Mit den neuen Gerätschaften des Obst- und Gartenbauvereins wurden rund 100 Liter Apfelsaft gepresst und ausgeschenkt. Im Einsatz war auch die Apfelraupe, die das mechanische Einsammeln von Äpfeln ermöglicht. Die Einholmleiter erleichtert den Baumschnitt und ermöglicht einen sicheren Stand. Sie stand bereit und konnte getestet werden. Vorgestellt wurde zudem das richtige Werkzeug. Über das Schneiden von Obstbäumen sollen entsprechende Lehrgänge informieren, die für den Winter geplant sind.

Große Resonanz fand auch das Kinderprogramm mit Apfel-Stempelbildern, Rätselaufgaben und dem Sägen, Bemalen und Durchstechen von Holunderstäbchen, die dann zu Ketten aufgefädelt werden konnten. Für die Nussknackmaschine hatten einige Gäste auch Nüsse mitgebracht.

Familie Bernhard aus Heuchelheim präsentierte Gerätschaften rund um die Honigbiene und informierte über das Imkern und die Blütenpracht im Streuobst.

Ein besonderer Höhepunkt war das Engagement von Timo Berg, der mit seinen Kenntnissen lokaler Apfelsorten viele mitgebrachte Proben identifizieren und beschreiben konnte: Goldparmäne, Rheinische Schafsnase oder geflammter Kardinal waren dabei. Bemerkenswert auch für den Kenner war eine Seltenheit auf der Streuobstwiese: der Edelborsdorfer, der seinen Namen nicht vom hiesigen Borsdorf hat, sondern vermutlich von einem gleichnamigen Ort in Sachsen. Der Edelborsdorfer ist die älteste dokumentierte Apfelsorte in Deutschland, wahrscheinlich auch in Europa. Über diesen Apfel wurde bereits im 12. Jahrhundert berichtet. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die letzten Bäume gepflanzt. Mittlerweile kennt man ca. 30 Altbäume in der Bundesrepublik. Bei einer Ortsbegehung soll überprüft werden, ob es sich hier um einen Neufund handelt.

Die Organisationsteam mit Hartmut Wielitsch, Raymund Wolf, Monika Rhein und Gudrun Neher bedankt sich bei den Sponsoren, der Stadt und den vielen weiteren Helfern. Der Arbeitskreis plant weitere Aktivitäten: Schnittkurse im Winter sowie ein Apfelblütenfest im April 2022. Weitere Engagierte sind willkommen. Kontakt über Monika Rhein, Tel. 0 60 35/74 55, oder Hartmut Wielitsch, Tel. 01 73/5 13 47 67.

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