"Mein Lieblingsplatz"

Die Kamera ist immer dabei

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Burkhard Kling gerät ins Schwärmen. Den Stammheimer zieht es so oft es geht zu den Fischteichen in seiner Heimatgemarkung. "Hier höre ich die Ruhe", sagt er. "Das ist mein Lieblingsplatz."

D en Eisvogel hat Burkhard Kling schon gesehen und nach einer eisigen Nacht im vergangenen Winter den Sonnenaufgang im Morgennebel fotografiert. Der 62-jährige Stammheimer braucht mit dem Auto nur fünf Minuten, um an die beiden Fischteiche am Fuße des Honigberges und neben der A 45 zu gelangen. Der erste Teich wurde Anfang der 1970er Jahre im Zuge des Autobahnbaus ausgehoben. "Der zweite Teich wurde später, Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre ausgeschoben", erinnert sich Kling beim Rundgang. Der Angelsportverein Staden/Leidhecken hat an den Stammheimer Fischteichen sein Domizil. An diesem Morgen sind schon zwei Angler da, einer hat einen Stör gefangen. "Für Naturliebhaber ist dies das ideale Gebiet zum Genießen. Von Adonislibelle bis zum Zilpzalp bekommt man hier einiges zu sehen", sagt Kling. "Ich habe schon Fuchsspuren und Waschbären gesehen." Auch die Pflanzenwelt entfalte ihre volle Pracht. Manchmal sei er drei Stunden an den Teichen. "Wenn man hier auf der Bank sitzt, hört man die Ruhe", sagt Kling, der in Rente ist. Und wenn man, so wie er, die Natur liebe, dann sehe man immer etwas. Einmal habe er eine Libelle fotografiert, wie sie gerade aus der Larve geschlüpft ist. Er habe dann etwas über eine Stunde gewartet, bis sie wegflog.

Ein anderes Mal lag er auf dem Bauch, um eine Blindschleiche aus der Froschperspektive zu fotografieren. Aber daraus wurde nichts, denn ein Spaziergänger kam vorbei. Kling selber hat auch den Angelschein, fischt aber nicht mehr. Doch er weiß, dass sich außer dem Stör auch Hechte, Rotaugen, Zander und Karpfen in den Teichen tummeln. "Die Graskarpfen schnappen sich die Weidenkätzchen, die knapp über der Wasseroberfläche wachsen", hat der Hobbyfotograf beobachtet. Mit seinem großen 150-600er Objektiv hat der Stammheimer auch schon eine schwimmende Ringelnatter im Bild festgehalten. Im Teich blühen Seerosen, schwimmen einige Enten. Leider gebe es keine Blesshühner mehr. "Meine Fotos verwende ich für Kalender, oder ich schicke welche an die WZ, den HR, das ZDF und stelle sie für Internetauftritte zur Verfügung."

Wer mit dem Rad unterwegs ist, kann von Stammheim über Feldwege zu den Teichen gelangen. "Hier kann ich mich drehen, wie ich will, ich sehe überall Wald", schwärmt Kling, und zwischen den Waldstücken liege die "Stammheimer Lücke". Im benachbarten Feld hat Kling Rehe und Hasen und sogar schon mal einen Schwarzstorch vor die Kamera bekommen. Im hinteren Teil des Rundweges finden sich Wintergoldhähnchen in den Tannen, die kleinste Singvogelart Europas sei das, kleiner als der Zaunkönig. Dort ist auch das Gebiet des Neuntöters. In einem ausgehöhlten Baumstamm brütet die Bachstelze. Die Stammheimer Fischteiche – ein Ort, um die Seele baumeln zu lassen.

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