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90 Jahre Fußball-Club Nieder-Florstadt: Feier vom 3. bis 6. Juni

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Florstadt (bf). Der Ursprung des Florstädter Fußballs reicht in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurück. Erzählt wird, dass Georg Kautz und Georg Roth schon um 1911 einen Fußball und zwei Torstangen besaßen; eine Schnur diente als Querlatte. 1920 war es dann so weit: Florstadts Fußballfreunde schlossen sich dem Arbeiter-Turnverein an.

Dieses Jahr nimmt der Fußball-Club Nieder-Florstadt zum Anlass, nun seinen runden Geburtstag an einem verlängertem Wochenende zu feiern. Schüler- und Jugendmannschaften wurden gleich in der Anfangszeit gegründet, und bald verfügten die Fußballer über einen beachtlichen Spielerstamm. Außer der ersten Mannschaft, die ab 1925 stets an der Tabellenspitze zu finden war, gab es eine starke zweite Mannschaft. 1927 bis 1932 erkämpften die Florstädter dreimal die Bezirksmeisterschaft. 1931 kam der größte Triumph: Die Mannschaft zog ins Finale der Hessenmeisterschaft ein.

1968: Trennung von Sport-Union

1933, als die Arbeiter-Sportvereine aufgelöst wurden, tauften die Florstädter ihren Verein um in Fußballsportverein Nieder-Florstadt. Als viele Spieler zur Wehrmacht eingezogen wurden, kam 1942 das vorläufige Ende der Florstädter Fußballgeschichte. Nachdem die Besatzungsmacht nach dem Krieg die Spielgenehmigung erteilt hatte, rollte bereits im Sommer 1945 wieder das runde Leder. Im Spieljahr 1948/49 wurde die Kreismeisterschaft errungen. Nach dem Aufstieg in die Bezirksklasse rutschte die Mannschaft 1950 in die A-Klasse ab. 1958/59 rangierte der Verein mehr schlecht als recht in der A-Klasse; die älteren Vorstandsmitglieder Fritz Wirth, Philipp Reis und Ludwig Bauer zogen sich zurück.

Zu allem Unglück zog die schillernde Persönlichkeit Eiwar Balodis aus beruflichen Gründen nach Reiskirchen. So hatte der Verein 1964 eine Vorstandskrise, bis der 26-jährige Spielausschussvorsitzende Helmut Walther den Vorsitzend übernahm.

1968 wurde die Trennung der Fußballabteilung von der Sport-Union eingeleitet. Am 21. Juni fand in der Gaststätte Lux die Gründungsversammlung des FC statt. 1970/71, als Trainer Herbert Kröll für den FC die Fußballschuhe anzog, begann der sportliche Aufstieg. 1972/73 war das erfolgreichste Jahr: Der FC stieg auf in die Bezirksklasse, wurde Kreis-, Bezirk- und Hessenpokalsieger.

1973 fällte das Gemeindeparlament eine wichtige Entscheidung: den Bau eines zweiten Sportplatzes. 1974 ging die Ära Walther ging zu Ende. Walter Hübner wurde zum Vorsitzenden berufen, der wiederum 1978 von Helmut Schnierle abgelöst wurde. 1982 wurde der neue Rasenplatz im Wald fertiggestellt und am 31. Juli mit einem Spiel gegen den FSV Frankfurt eingeweiht.

Werner Kliehm im Club der Besten

Es folgten magere Jahre. Die Mannschaft spielte mit wechselndem Erfolg in der Bezirksklasse Frankfurt und musste 1986, nach 13 Jahren Zugehörigkeit, in die A-Klasse Friedberg absteigen. Der absolute Tiefpunkt folgte zwei Jahre später: Der FC fand sich 1988 in der B-Klasse wieder. Mit dem renommierten Trainer Kurt Schuchmann schaffte der FC 1991 wieder den Aufstieg und spielte in der neu geschaffenen Bezirksliga Friedberg.

1992 gilt als schwärzestes Jahr in der Veinsgeschichte. Chaoten hatten, nach einem Einbruch in das Vereinsheim, Feuer gelegt. Es brannte bis auf die Grundmauern nieder. Der Sachschaden belief sich weit über eine halbe Million DM.

1993 wurde Werner Kliehm zum Vorsitzenden gewählt. 1995/96 sprang Jürgen Biedenkopf als Interimstrainer ein und führte die Mannschaft zurück in die Bezirksliga. Eine besondere Ehre wurde Kliehm 1999 zuteil: Der DFB verlieh ihm den Ehrenamtspreis und nahm ihn in den »Club der 100 Besten« auf. Ulli Schaub löste Werner Kliehm 2005 als Vorsitzenden ab.

In der Saison 2005/06 wurde die Mannschaft im siebten Jahr in Folge von Jürgen Biedenkopf trainiert. Zusätzlich übernahm er 2006 das Amt des Vorsitzenden. 2010 steht der FC mit Trainer Torsten Hertz im sicheren Mittelfeld mit Rang 13, den die Mannschaft in der Rückrunde noch verbessern will.

Langes Wochenende

Mit einem Jugendturnier am Donnerstag, 3. Juni, ab 10 Uhr eröffnet der FC Nieder-Florstadt den Veranstaltungsreigen auf dem Waldsportplatz. Am Samstag, 5. Juni, folgt ab 10 Uhr ein Gauditurnier. Bei einem Parcourswettbewerb können Kinder das DFB-Abzeichen erwerben. Ansprachen und Ehrungen stehen am frühen Abend auf dem Programm. Ein Oldie-Abend (ab 20 Uhr) mit den Monkeys soll für Unterhaltung sorgen. Die SU-Musikabteilung spielt am Sonntag, 6. Juni, ab 11 Uhr beim Frühschoppen.

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