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Die Ahmadiyya haben online zum Gespräch eingeladen.

Im Dialog mit Andersgläubigen

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Florstadt (pm). »Propheten als Vorbilder unserer Zeit« - unter diesem Motto hatte die Ahmadiyya-Gemeinde am Montag einen »Digitalen Tag der Religionsstifter« organisiert. Vertreter des Buddhismus, Judentums, Christentums und Islams kamen dabei zu Wort.

Die bestehenden Vorurteile zeigten, dass ein intensiver und kontinuierlicher Dialog zwischen den Religionen erforderlich sei, hieß es in der Einladung. Eine Möglichkeit, um interreligiöses Verständnis zu fördern, sei der Austausch über das Leben und die Werke der prägenden Personen der jeweiligen Religionen. Ziel sei, dass jede Religion die Position der anderen kennen und respektieren lerne.

Najeeb Ahmed, bei der Florstädter Ahmadiyya-Gemeinde für Interreligiösen Dialog zuständig, führte als Moderator durch die Veranstaltung, die online über die Plattform Zoom abgehalten wurde. Zunächst referierte die jüdische Kantorin Leah Frey-Rabine über die Gründerinnen und Gründer des Judentums, angefangen bei Abraham und seinen Ehefrauen Sara und Hagar, seinen Söhnen Ishak und Ismael, über Jakob und Joseph bis hin zu Moses. Sie unterstrich deren Menschlichkeit und legte einige deren Stärken und Schwächen dar.

Im Anschluss berichtete Dr. Mathias Becker über Siddhartha Gautama, besser bekannt als Buddha, und ging dabei auch auf verschiedene Strömungen des Buddhismus ein. Er betonte, dass eines der Ziele Buddhas gewesen sei, sich frei von jeglichen weltlichen Abhängigkeiten zu machen. Allen Menschen wohne die Buddha-Natur inne und ihnen sei eine Erleuchtung in der gegenwärtigen Existenz möglich.

Die dritte Rednerin des Abends war die Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Florstadt, Ursula Seeger. Sie berichtete zunächst über Jesus als zentrale Figur des Christentums und seine Lehre, die als höchstes Gebot zum einen die Liebe zu Gott und zum anderen die Nächstenliebe vorsehe. Weiterhin führte sie die wichtige Rolle des Apostels Paulus in der Verbreitung der christlichen Lehre aus und versuchte einige grundlegende Glaubensinhalte des zeitgenössichen Christentums wie die Trinitätslehre zu verdeutlichen.

Abschließender Redner war Tahssin Rasheed, ein in Deutschland ausgebildeter Imam mit Abschluss am Institut für Theologie und Sprachen, der seit rund sechs Jahren als Imam tätig ist. Aktuell betreut er die Ahmadiyya-Gemeinden in Florstadt, Friedberg, Bad Nauheim, Karben und Bad Vilbel. Rasheed betonte den noblen Charakter des Propheten und Gründer des Islams, Mohammed. Er gab einen kurzen Abriss über dessen Glaubens- und Lebensgeschichte und berichtete über dessen Einsatz für die Armen und Schwachen. Weiterhin nannte er als wichtige Charakterzüge Mohammeds: Geduld, Dankbarkeit, gerechtes Handeln, Toleranz gegenüber Andersgläubigen, Respekt gegenüber Frauen, seine Großzügigkeit und vergebende Natur.

Die Veranstaltung fand laut Ahmadiyya-Gemeinde großen Anklang: Zeitweise hätten knapp 70 Menschen daran teilgenommen. Viele Gäste hätten sich für diese Initiative bedankt und hervorgehoben, wie viele Gemeinsamkeiten die verschiedenen Religionen und ihre Gründer doch vorwiesen.

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