"Ich fahre, bis ich nicht mehr in den Sattel steigen kann"

Florstadt (bf). Langenburg ist eine Stadt im Landkreis Schwäbisch Hall. Tausende von Zuschauern haben dort die "Langenburg Historic" besucht und waren dabei, als Helmut Diemer aus Nieder-Florstadt auf seiner Münch Horex Imperator Baujahr 1955 als Sieger das Ziel durchfuhr - mit einer Abweichung von nur zwei Hundertstel Sekunden zu seinem Verfolger. Dafür durfte er den Berglöwenpokal 2010 in der Klasse 8 (Rennmotorräder bis Baujahr 1985) in Empfang nehmen.

Florstadt (bf). Langenburg ist eine Stadt im Landkreis Schwäbisch Hall. Tausende von Zuschauern haben dort die "Langenburg Historic" besucht und waren dabei, als Helmut Diemer aus Nieder-Florstadt auf seiner Münch Horex Imperator Baujahr 1955 als Sieger das Ziel durchfuhr - mit einer Abweichung von nur zwei Hundertstel Sekunden zu seinem Verfolger. Dafür durfte er den Berglöwenpokal 2010 in der Klasse 8 (Rennmotorräder bis Baujahr 1985) in Empfang nehmen.

"Ich fahre, bis ich nicht mehr in den Sattel steigen kann", sagt Helmut Diemer. 1941 wurde er in Nieder-Florstadt geboren, ging dort zur Schule und erlernte später den Beruf des Elektrikers. Schon in frühester Kindheit galt sein Interesse Motoren und Motorrädern. Mit wachsendem Alter wurde aus Interesse Leidenschaft. Jede freie Minute verbrachte Diemer in seiner kleinen Werkstatt, bastelte und schmiedete Pläne für eine große Rennfahrerkariere. Mit 18 Jahren bestritt er sein erstes Rennen auf der legendären Rennstrecke AVUS in Berlin.

Aus der Bekanntschaft mit Friedel Münch wurde eine noch immer anhaltende Freundschaft. Unzählige Stunden verbrachte Diemer in Münchs Werkstatt, lernte hinzu, arbeitete mit und genoss die Zeit mit dem genialen Konstrukteur.

Mitte der sechziger Jahre baute Diemer sein erstes Motorrad. Es entstand die Münch Horex Imperator. Seine Maschine und seine fahrerischen Leistungen machten ihn in der Szene schnell bekannt. Ob in Brünn (Tschechien), Hockenheim, auf dem Nürburgring oder beim Fischereihafen-Rennen in Bremerhaven - die Rennstrecken in Europa wurden seine zweite Heimat. Er fuhr bei Europa-, Welt und Deutschen Meisterschaften auf die vordersten Plätzen. Er war Zweiter bei den Deutschen Meisterschaften, Zweiter bei den Bergmeisterschaften in Schotten und 1968 Erster in Bremerhaven.

Auch von Stürzen blieb der Rennfahrer nicht verschont. Ein Daumenbruch, Muskelrisse und mehrmalige Rippenbrüche erinnern Diemer daran, dass sein Hobby gefährlich sein kann. Heute ist der Rennveteran gern gesehener Gast bei klassischen Motorradveranstaltungen. Zurzeit entsteht in seiner exzellent ausgerüsteten Werkstatt ein Unikat - der Perfektionist Diemer baut an einem Münch-Gespann. Schon heute ist klar: Die Eigenkonstruktion wird die Fachwelt in Aufregung versetzen. (Foto: bf)

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