Herausforderungen gut bewältigt

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Florstadt(pm). Trockenheit zu Frühjahrsbeginn und Frostnächte Anfang Mai: Nur zwei Herausforderungen, denen sich die Landwirte in diesem Jahr stellen mussten. Dass man diese relativ gut bewältigt hat, wurde beim traditionellen Erntegespräch des Vereins landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen (VLF) Wetterau in Florstadt deutlich.

Vorsitzender Holger Starck bedauerte, dass er zu dieser Veranstaltung nur 20 Landwirte begrüßen konnte. Dr. Reinhard Roßberg, Leiter des Versuchsfeldes des FLV (Frankfurter landwirtschaftlicher Verein) in Obererlenbach berichtete über die Ernteergebnisse 2020. In der vergangenen Vegetationsperiode wurden nach Angaben des Referenten bei Winterweizen und Wintergerste 14 Parzellenversuche angelegt, geerntet und ausgewertet. Trotz höherer Temperaturen und nur rund 80 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge seien die Landwirte des Rhein-Main-Gebietes in der Lage gewesen, deutliche Herausforderungen zu bewältigen. Roßberg nannte besonders die Trockenperiode von Mitte März bis Ende April und die Frostnächte in der ersten Maidekade.

Die Wintergerste zeige eine weitgehend normale Entwicklung. Die Trockenperiode war dann der Grund, dass das Ertragsniveau mit sieben Tonnen pro Hektar deutlich unter dem Vorjahr lag. Erhebliche Unterschiede gab es im Sortenversuch. Hier behaupteten sich die mehrzeiligen Sorten, die Hybridsorten Baracooda und Galileoo an der Spitze. Bei den zweizeiligen Sorten waren es Bianca und Moselle, und eine Winterbraugerste die sich mit höchsten Erträgen zeigte. Winterweizen wurde in zwei Versuchsanlagen, mit Raps und Weizen als Vorfrüchten, angebaut, berichtete Roßberg. Diese Differenzierung entspreche zum einen den Praxisbedingungen in den Betrieben der Wetterau und sei zum anderen bei der Beurteilung der Sorten von Bedeutung. Aufgrund der über Winter praktisch durchgehenden Entwicklung starteten die Pflanzen im Frühjahr gut entwickelt im Wachstum. Die lang anhaltende Frühjahrstrockenheit mit kalten Nordostwinden behinderte das Pflanzenwachstum dadurch, dass der gestreute Dünger der ersten und zweiten Gaben erst Anfang Mai wirksam wurde.

Die Pflanzenentwicklung war in dieser Zeit abhängig vom alten Wurzelsystem, denn Seitenwurzeln, die die Triebe weiter versorgen, konnten sich nicht bilden. Das führte zu einer starken Ausdünnung der Bestände, die letztendlich mit Ährendichten zwischen 250 und 370 Ähren je Quadratmeter endete. Eine ungestörte Kornfüllungsphase ermöglichte zum Schluss noch recht hohe Kornerträge.

Weizenanbaufläche erneut gesunken

Anders als bei der Gerste hätten die Fungizide die Kornfüllung gesichert, erklärte der Referent. In den unbehandelten Varianten entwickelte sich demnach Ende Mai und Juni noch vorwiegend Braunrost. Dessen Bekämpfung ermöglichte Mehrerträge von 8,5 Dezitonnen (dt) pro Hektar in der Fungizidprüfung und bis 14 dt/ha im Sortenversuch. Anschließend referierte Uli Wenderoth vom Maschinenring Wetterau zur Entwicklung des Energiemarktes seit der letzten Ernte und erläuterte die Bedeutung der Währungsveränderungen für die landwirtschaftlichen Erzeugerprodukte, die letztendlich bei der Preisfindung, durch die starke Abhängigkeit vom Weltmarktgeschehen, eine entscheidende Rolle spielen.

In diesem Jahr ist die Weizenanbaufläche in Deutschland erneut deutlich von 31 auf 28 Millionen Hektar gesunken. Dabei hat sich die gesamte Erntemenge mit 21 488 000 Tonnen, im Vergleich zur Anbauflächenreduzierung, gegenüber 23 063 000 Tonnen im Jahr 2019 nicht im selben Maß reduziert. Dafür steht die Tatsache, dass die Weizenernte in Deutschland besser ausgefallen ist als noch im Frühjahr erwartet wurde.

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