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Briefwahlunterlagen, wohin das Auge reicht: Auch in Florstadt ist die Zahl der Briefwähler mit rund 2440 deutlich höher gewesen als sonst.

Grüne können Ortsvorsteher stellen

  • vonStephan Lutz
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Florstadt (sl). Die Ortsbeiratswahlen in den Florstädter Stadtteilen warten mit einer Überraschung auf: Erstmals wird die SPD nicht mehr in allen Ortsbeiräten die absolute Mehrheit haben und somit die Ortsvorsteher stellen können.

In Nieder-Mockstadt fielen die Sozialdemokraten mit 26,74 Prozent der Wählerinnen und Wähler ins zweite Glied zurück. Und zwar deutlich hinter die Grünen, die 54,64 Prozent erreichten und künftig mit der Mehrheit von vier Mitgliedern im Ortsbeirat vertreten sein werden: Stephan Mickel, Dietmar Schmidt, Axel Faber und Gunda Hofmann. Für die SPD bleiben zwei Sitze, die mit Günther Lohmann und Beatrix Happel besetzt werden. Die CDU wird weiterhin lediglich mit Karl-Gerhard Stiebeling im Ortsbeirat vertreten sein. Stiebeling fungierte in der letzten Amtsperiode als Ortsvorsteher, nachdem SPD und Grüne jeweils drei Posten erhalten hatten. Jetzt werden die Grünen den Ortsvorsteher stellen.

Fast 80 Prozent in Leidhecken

Zur klaren Sache wurden die Ortsbeiratswahlen für die SPD dagegen in Staden und Leidhecken, wo die Grünen nicht angetreten waren. In Staden erreichte die SPD 65,62 Prozent der Stimmen und übernimmt mit den drei Ortsbeiräten Hagen Deis, Claus-Peter Opper und Bernhard Deis auch die Mehrheit. Komplettiert wird der Ortsbeirat durch Hans-Georg Heller und Christel Schmidt (beide CDU).

Noch besser lief es für die SPD in Leidhecken, wo sie auf 79,92 der Stimmen kam und vier Sitze für Marlen Dewitz, Richard Menzel, Holger Zeuner und Andreas Feil errang, während Jana Lorena Eggert die CDU vertritt.

In Stammheim, wo mit 55,1 Prozent die beste Wahlbeteiligung erzielt wurde, bleiben die Verhältnisse dagegen unverändert: Die SPD holt 40,77 Prozent der Stimmen und setzt Ute Schneeberger, Horst Schmidt und Mario Stelz in den Ortsbeirat. Die CDU bleibt mit 30,21 Prozent knapp die zweite Kraft und beruft Rainer Wagner und Walter Rau, während die Grünen mit 29,02 Prozent ebenfalls zwei Sitze - für Adelheid Bauer-Klar und Gerhard Salz - erhalten.

Am längsten wurde am Endergebnis des Ortsbeirats für Nieder- und Ober-Florstadt ausgezählt. Erst am Mittwoch gegen 11 Uhr stand fest, dass sie SPD mit 59,75 Prozent der Stimmen deutlich die Oberhand behält und fünf Sitze erhält. Die Grünen wurden mit 20,32 Prozent die zweite Kraft, was mit zwei Sitzen belohnt wird. Knapp dahinter rangierte die CDU mit 19,93 Prozent, die ebenfalls zwei Sitze erreicht. Für die SPD werden Holger Wenisch, Christian Trupp, Karin Werner, Rudi Goll und Lothar Hartmann in den Ortsbeirat einziehen. Ina Fuy und Montgomery Wagner kommen für die Grünen dazu und Ulrike Kummer-Fischer sowie Marion Ihl komplettieren das Gremium für die CDU.

Bürgermeister Herbert Unger sprach für die SPD von einer schwierigen Zeit. Auch wenn in Reichelsheim, Wölfersheim und Florstadt absolute Mehrheiten für die Sozialdemokraten erreicht worden seien, sorge »der derzeitige grüne Hype für reichlich Gegenwind«. Wichtig sei ihm, die Mehrheit im Parlament und auch im Magistrat gehalten zu haben. Er freue sich auf die Weiterarbeit mit allen Fraktionen und viele neue Gesichter im Parlament, das sich wohl Ende April konstituieren soll.

Mit großer Freude quittierten die Grünen die Tatsache, dass sie erstmals in Nieder-Mockstadt die SPD geschlagen haben. Nun den Ortsvorsteher stellen zu dürfen, sei der Dank für einen engagierten Wahlkampf, resümierte Gerhard Salz. Er wolle in Sachen Klimaschutz einen schonenden Umgang mit den Ressourcen und das Setzen von Klimaschutzzielen erreichen.

CDU mit jungen Kräften am Start

Zufrieden zeigte sich auch Florstadts CDU-Chefin Christel Schmidt, die am meisten bedauert, dass im Wahlkampf keine Info-Stände stattfinden konnten. Nicht bereut habe man die fast ausgebliebene Plakatwerbung. »Wir hatten nur zehn Plakate im gesamten Stadtgebiet und haben lieber Werbung auf anderen Kanälen gemacht.«

Was das Wahlergebnis angeht, sah Schmidt sich in ihrer Einschätzung bestätigt, »dass wir zugunsten der Grünen Federn lassen werden«. Sie könne verkraften, dass die Union einen Sitz im Parlament abgeben musste. »Wir haben das wieder abgegeben, was wir 2016 dazugewonnen hatten.« Im Parlament habe sie nun vier neue, junge und ambitionierte Stadtverordnete. Sie wünsche sich weiter eine gute Zusammenarbeit und dass alle gemeinsam an einem Strang zum Wohle Florstadts ziehen.

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