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Stolz auf 30 Jahre Gnadenhof (v. l.): Silvia Stalinski, Michael Hallstein, Sabine und Alexander Urbainsky.

Gnadenbrot für Hunde und Katzen

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Florstadt-Nieder-Mockstadt(im). Den 30. Geburtstag feiern, das ganze Grundstück voller Gäste haben - und den eigenen Tieren geht es trotzdem erkennbar gut: Dass der Birkenhof dieses Kunststück beherrscht, stellte er am Sonntag bei seinem Sommerfest unter Beweis. Ab dem Vormittag tummelten sich Groß und Klein in der großzügigen Anlage, deren Grundlage vor 30 Jahren einst der Bauernhof Habel war.

Zum Auftakt spielte der Jugendzug des Fanfarenspielmannszugs Altenstadt unter Leitung von Rebecca Horn, im Anschluss eröffneten Michael Hallstein, Vorsitzender des Tierschutzvereins Frankfurt, sowie Birkenhof-Leiterin Silvia Stalinski das Fest. 20 Aussteller boten Informatives und Nützliches rund um Tier und Natur, von der Pflegestelle "Notmeerschweinchen Nidderau" über den Deutschen Imkerbund und die Kaninchenrettung bis hin zu Futter- und Zubehörberatung. Neben Kaffee, Kuchen und Salaten gibt es Deftiges vom Galloway- und Limousin-Hof Emrich.

Eine Tombola zugunsten der Einrichtung, ein Kinderbereich, in dem sich die Kleinen vorzugsweise als Hund oder Katze schminken ließen, Unterhaltungsmusik von DJ Markus und die Premiere des "Dogwalk" machten den Tag zu einem gelungenen Erlebnis. Bei der letztgenannten Show liefen einige Birkenhof-Hunde, von den Kangal-Rüden Bo und Bullut bis zum Vorzeige-Beagle Jimmy und der eben vermittelten Seniorin Akiva, zusammen mit ihren Betreuerinnen über den grünen Teppich, während Stalinski die Tiere und ihre Lebensgeschichte vorstellte.

Ruhiger ging es bei den Pferden, Ziegen, Schweinen, Enten und Puten zu: Hier demonstrierte die Huforthopädin Barbara Volk Physiotherapie und Hufpflege am Pferd, unter anderem an dem kleinen schwarzen Shetland-Hengst "Kasimir", der genauso alt ist wie der Gnadenhof.

"Wenn die Haus- und Nutztiere alt werden, wenn Pferde nicht mehr reitbar sind, Hunde und Katzen ihre Stubenreinheit verlieren, Kleintiere häufiger den Tierarzt brauchen, verlieren einige Halter leider das Interesse", bedauerte Vorsitzender Hallstein beim Rundgang über das Grundstück. "Ganz schlimm ist es im Ursprungsheim unseres Tierschutzvereins in Frankfurt-Fechenheim: Dort werden wir aktuell von Reptilien geradezu überschwemmt, vom Gecko über die Schildkröte bis zur Boa. Die Leute kaufen die Exoten, weil’s im Trend liegt - ohne die geringste Ahnung von deren Ansprüchen zu haben."

20 Ehrenamtliche im Einsatz

Auch die Leiterin der Fechenheimer Einrichtung, Sabine Urbainsky, feierte mit, ebenso Hallsteins Stellvertreter Alexander Urbainsky. Alle unterstrichen, wie richtig der Aufkauf des Birkenhofs vor 30 Jahren war. "Fechenheim platzte schon damals aus allen Nähten", sagte Gnadenhof-Leiterin Stalinski, die ihre Aufgabe seit 19 Jahren mit Herzblut ausübt. Sie ist stolz auf ihre Mitarbeiter und die aktuell rund 150 Tiere, ebenso auf die 120 Tierpaten sowie die rund 20 Ehrenamtlichen, die sich regelmäßig um die Tiere kümmern.

Zwei Millionen Euro steckt der Träger jährlich in seine beiden Tierheime. Bestens angelegtes Geld, sagt Stalinski. "In den Sommerferien hatten wir zum Glück nur wenige Tiere, die ausgesetzt oder im besten Fall abgegeben wurden. Aber die Distanz des Menschen zur Natur und zu den Abläufen des Lebens nimmt zu - deshalb ist es so wichtig, dass es den Birkenhof gibt." (Fotos: im)

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