Frühlingserwachen im Stadener Park

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Trotz Aprilwetters hatten sich Interessierte zum kulturellen Frühlingsspaziergang von Florstadt durch den Stadener Park mit Kultur- und Naturführerin Katrin Schwendemann eingefunden. Die Teilnehmer hatten Glück: Die Führung fand zwischen zwei Gewitterschauern mit Graupel statt, und am Ende kam sogar noch die Sonne zum Vorschein. Passend zum Motto der Tour waren schon die ersten Frühlingsblüher zu sehen: Osterglocken und Buschwindröschen.

Trotz Aprilwetters hatten sich Interessierte zum kulturellen Frühlingsspaziergang von Florstadt durch den Stadener Park mit Kultur- und Naturführerin Katrin Schwendemann eingefunden. Die Teilnehmer hatten Glück: Die Führung fand zwischen zwei Gewitterschauern mit Graupel statt, und am Ende kam sogar noch die Sonne zum Vorschein. Passend zum Motto der Tour waren schon die ersten Frühlingsblüher zu sehen: Osterglocken und Buschwindröschen.

Unter Denkmalschutz seit 1904

Treffpunkt war vor dem Löw’schem Schloss, das einst von Ferdinand von Löw erbaut wurde. Der Park dazu wurde 1746 angelegt. 1821 endete die 1405 begründete Ganerbschaft, sodass Luise von Löw ihr Erbe antrat. Sie lud 1874 Eduard Petzold nach Staden ein. Petzold war ein Schüler von Landschaftsarchitekt Hermann Fürst von Pückler-Muskau, dessen Parkanlage in Bad Muskau längst in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen wurde. Petzold überplante den bestehenden Park, wovon die Bürger und die Gemeindeverwaltung 1991 durch Michael Rohde erfuhren. Er fand während der Recherchen zu seiner Doktorarbeit über Petzold alte Pläne des Parks in einem Archiv der Stadt Dresden.

Anfang des 20. Jahrhunderts übernahm die Stadt von der Familie zu Löw Schloss und Park, der 1904 als einer der ersten in Deutschland unter Denkmalschutz gestellt wurde, sagte Schwendemann. Ab 1921 wurde hier mit dem SV Teutonia Fußball gespielt – trotz Gefälle und der Bäume. Erst 1926, als sich ein Schiedsrichter beschwerte, wurden die Bäume trotz Denkmalschutz gefällt.

In den 1920er Jahren sollten der Landschaftsgarten neuem Bauland weichen und die Bäume der Brennholzgewinnung geopfert werden. Doch es kam anders: Mit der Begradigung der Nidda und des Mühlgrabens in den 1930er Jahren begann die Verlandung des dortigen Teichs. 1962 wurde der Verkehrsverein der Stadt gegründet, der sich als Hauptaufgabe die Pflege des Parks mit neuen Wegen und Bänken stellte.

Der gemütliche Rundgang führte noch vorbei am Sauerbrunnen, der Wasserburg und der Seufzerbrücke und endete am Löw’schen Schloss. Ein Rundgang gespickt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten, zu denen Schwendemann die passenden amüsanten Anekdoten parat hatte. Am 1. November steht sie übrigens wieder mit einer Funzel-Führung durch den Park parat.

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