In diesem Jahr darf Bürgermeister Herbert Unger den Rathausschlüssel behalten. Auf den traditionellen Besuch im Rathaus wollen Gudrun Stamm (l.), Yannick Steinmacher und Sabine Hoffmann dennoch nicht verzichten. FOTO: PM
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In diesem Jahr darf Bürgermeister Herbert Unger den Rathausschlüssel behalten. Auf den traditionellen Besuch im Rathaus wollen Gudrun Stamm (l.), Yannick Steinmacher und Sabine Hoffmann dennoch nicht verzichten. FOTO: PM

Faschingsbeginn ganz leise

  • vonred Redaktion
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Florstadt(pm). Wie die meisten Faschingsvereine hatten auch die drei Florstädter Vereine - der FCC "Die Niddageister", der Stammheimer Carneval Club sowie der Landfrauenverein Nieder-Mockstadt - ihre Kampagne 2020/21 wegen Corona bereits vor Wochen abgesagt. Auf die traditionelle Schlüsselübergabe am 11. 11. im Rathaus wollten die drei Vereine aber nicht verzichten.

Unter Einhaltung der Coronaregeln trafen sich Yannik Steinmacher, Sitzungspräsident der "Niddageister", Gudrun Stamm, Vorsitzende des Stammheimer Carneval Clubs, und Sabine Hoffmann vom Vorstand der Mockstädter Landfrauen, um gemeinsam den Rathausschlüssel von Bürgermeister Herbert Unger einzufordern. Der Sturm aufs Rathaus war diesmal ein ganz kleiner und leiser: Keine Fahnenträger führten die drei an, keine Gardemädchen waren zu sehen, und auf den Knall aus der Faschingskanone wartete man ebenfalls vergebens.

Kreativ durch die Krise

Auch auf die üblichen Frotzeleien zwischen Bürgermeister Unger und den Vereinsvertretern wurde verzichtet. Unger erkundigte sich stattdessen, wie die Vereine bisher durch die Pandemie gekommen seien und welche Auswirkungen die Absage der Kampagne aufs Vereinsleben habe. Alle drei Vertreter hoben den unvergleichbaren Zusammenhalt, auch vereinsübergreifend, hervor.

Steinmacher berichtete, dass die "Niddageister" viele Ideen zu Veranstaltungsalternativen hätten und mit einigen Überraschungen zu rechnen sei. Mit ihrem Plakat "Wir kommen bunter und lauter zurück", das pünktlich zum 11. 11. vorm Rathaus aufgehängt wurde, hatten sie bereits die erste Idee umgesetzt. Ein weiterer Einfall sind Mund-Nasen-Bedeckungen mit dem Vereinslogo, die als Geschenk für die Mitglieder gedacht sind. Für Bürgermeister Unger hatte Steinmacher ebenfalls ein Exemplar dabei.

Auch Stamm ließ es sich nicht nehmen, Unger den SCC-Orden für die Kampagne 2020/21 zu verleihen. Zudem hatte sie eine Überraschung in petto: den Corona-Karnevals-Virus-Pin ihres Vereins.

Mit den Worten "Den Schlüssel kannst du dieses Jahr behalten, Herbert!", sorgte Steinmacher für eine weitere Überraschung. Dass die Karnevalisten im Normalfall besser regierten, hätten sie ausreichend unter Beweis gestellt, fuhr er fort. In diesem Jahr jedoch, während der Pandemie und der damit verbundenen Unsicherheit, habe Unger immer wieder ein gutes Händchen bewiesen. Er habe seine Sache so gut gemacht, dass er auch während der fünften Jahreszeit die Führung behalten dürfe. "Und da wir sowieso nicht feiern dürfen, brauchen wir auch keinen Schlüssel", schloss Steinmacher schmunzelnd.

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