+
Derzeit oft produziert: der Mundschutz. 

"Florstadt hilft!"

Erfolgreiche Nähaktion: Über 350 Corona-Schutzmasken in einer Woche

  • schließen

Ende März hat Angela Unger, die Aktion "Florstadt hilft!" gestartet und dazu aufgerufen, Masken zu nähen. Ihre Idee fand großen Anklang:

"Die Initiative ist bereits nach einer Woche schon zu einem vollen Erfolg geworden", sagt Angela Unger. Über 15 rein ehrenamtliche Näherinnen - darunter auch mehrere gelernte Schneiderinnen - seien ihrem Aufruf binnen kürzester Zeit gefolgt und hätten ihre Idee bereits nach einer Woche mit mehr als 350 professionell genähten Mund- und Nasenmasken aus waschbarem Baumwollstoff belohnt.

"Dieser Lohn gebührt natürlich nicht mir", sagt Angela Unger. Die Masken würden unter anderem an alle Arztpraxen im Florstädter Stadtgebiet, an das AWO Marie-Juchacz-Pflegezentrum, die Florstädter Kitas und eine Vielzahl weiterer Menschen gehen, die sie benötigen. Das seien etwa Physiotherapeuten oder Podologen, die - allerdings nur entsprechend geschützt - aus medizinischen Gründen ihre Berufe weiterhin ausüben dürften. Die Freude sei bei allen groß.

Nähaktion in Florstadt: Alle Masken kostenlos verteilt

Angela Unger möchte sich schon jetzt bei allen fleißigen Näherinnen und Materiallieferanten bedanken, die es ermöglicht haben, dass die bisher genähten Masken ausnahmslos kostenlos zur Verfügung gestellt werden können. Auch eine Spende der SPD-Florstadt habe dazu beigetragen, die großen Mengen an Gummilitzen und Schrägband organisieren zu können.

"Solange die aktuelle Corona-Krise in dieser verschärften Form bestehen bleibt, möchte ich die Idee aber noch nicht für beendet erklären", sagt Angela Unger, die in Zusammenarbeit mit ihrer 84-jährigen Mutter Leni Klein die Masken zu Hause näht. Täglich würden sie Anrufe von Hilfsbedürftigen der Hochrisiko-Generation erreichen. Ihnen wolle sie nach Möglichkeit auch weiterhin Masken zur Verfügung stellen, nachdem nun die beruflich zu schützenden Personen weitestgehend ausgestattet seien. Zwar würden selbst genähte Masken keinen nennenswerten eigenen Schutz vor Ansteckung bieten, aber dafür einen erheblichen Sicherheitsgewinn bei Sozialkontakten darstellen. Zudem - so die Meinung des Gesundheitsamts sowie von Virologen und Fachärzten - sei eine Atemschutzmaske aus Stoff immer noch besser als keine Maske.

"Ich habe mir extra eine Excel-Tabelle im Computer angelegt, um den Überblick über die vielfältigen Aktivitäten zu behalten und eine gerechte Verteilung zu ermöglichen", sagt Angela Unger. Sie findet es toll, dass nun auch in anderen Wetterauer Kommunen ähnliche Aktivitäten angelaufen sind.

Jeder der mitmachen will, ist dazu aufgerufen. Wer Fragen rund ums Maskennähen hat, kann sich an Angela Unger wenden. Sie organisiert auch die Verteilung. Die Florstädterinnen haben sich zunächst an Anleitungen im Internet orientiert, inzwischen aber auch eine eigene entwickelt. Schnittmuster und Anleitungen verschicken sie auch per E-Mail.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare