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Um die Schutzfunktion des Florstädter Waldes zu erhalten, braucht es ein an die Klimaerwärmung angepasstes Waldmanagement, sagt Forstamtsleiter Bernd Reißmann.

Einnahmen noch ausbaufähig

  • VonStephan Lutz
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Florstadt (sl). Unter dem Vorsitz von Torsten Trupp für die kurzfristig erkrankte Stadtverordnetenvorsteherin Ute Schneeberger hat das Florstädter Parlament am Mittwochabend dem Waldwirtschaftsplan für 2022 auf den Weg gebracht und einem Antrag der Grünen zum Thema Kommunales Klimaschutzkonzept zugestimmt (siehe separaten Bericht). Der Waldwirtschaftsplan für das Forstjahr 2022 sieht geplante Einnahmen in Höhe 125 450 Euro auf, denen gleichzeitig Ausgaben in Höhe von 144 700 Euro gegenüberstehen.

Dem zu erwartenden Defizit in Höhe von 19 250 Euro stimmte das Parlament geschlossen zu.

Defizit kleiner als zunächst erwartet

Der Magistratsvorlage entnahm man außerdem: »Im Vergleich zu 2021 verringern sich die Erträge um 5300 Euro und die Aufwendungen verringern sich um 45 950 Euro, sodass sich das veranschlagte Abschlussergebnis per Saldo um 35 650 Euro gegenüber dem Vorjahr erhöht«. Damals war man von einem Defizit von 54 900 Euro ausgegangen.

Vielmehr als die nackten Zahlen, die auf einer mehrseitigen Vorlage erläutert wurden, beschäftigte die Parlamentarier die Frage- und Antwortstunde mit Forstamtsleiter Bernd Reißmann, der das Zahlenwerk vorstellte und einen kleinen Folienvortrag zur Zukunft des Waldes im Allgemeinen hielt. Reißmann machte deutlich, dass die aktuelle Planung noch günstiger ausfallen müsste. Denn im Gegensatz zu den Ausgaben, die tagesaktuell vorlagen, seien noch nicht alle Einnahmen aus Holzverkäufen (nur Januar bis August) berücksichtigt. Er bezeichnete das Gesamtergebnis als gut. Auch wenn die allgemeinen Kosten für das Defizit sorgten, stehe man wirtschaftlich gut da. Denn auch die Holzmarktlage sehe inzwischen wieder gut aus.

Auch neue Tierarten im Auge behalten

Er berichtete von der Schutzfunktion des Waldes für das Klima und die Folgen der Klimaerwärmung. Denn neben Dürren, Stürmen und Starkregenereignissen erkenne man auch eine längere Vegetationszeit. Mit Blick auf die klimatische Wasserbilanz, die auch durch die Winterfeuchte nicht ausgeglichen werden könne, sprach er auch Trockenstressrisiko für Fichten und Buchen und Waldstandorttypenkarten an.

Neuanpflanzungen plane man mit Eiche, Douglasie, Hainbuche, Linde und Esche. Großer Gewinner der Klimaveränderung könnte die Kiefer werden. »Es gilt herauszufinden, welche Baumartmischungen unter dem Aspekt des Klimawandels opportun agieren«, so Reißmann. Allerdings müsse man neben neuen Baumarten und deren Zusammenspiel mit den heimischen Arten auch neue Tierarten, Insekten und Pilze im Auge behalten. »Wir brauchen ein angepasstes Waldmanagement zur Klimaerwärmung«, sagte der Forstamtsleiter.

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