"Durch erneute Vorlage nicht besser"

  • vonStephan Lutz
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Florstadt(sl). Abgelehnt wurden von der Stadtverordnetenversammlung zwei Anträge der Grünen zur Nahmobilität und zur Aktivierung von stillgelegten Brunnen. Mit dem Beitritt zur Aktionsgemeinschaft Nahmobilität solle die Stadt Florstadt ein Zeichen setzen und ein neues Bewusstsein zum Klimawandel schaffen. Und das bereits zum zweiten Mal, denn im Februar 2019 hatte die Ökopartei exakt den gleichen Antrag schon einmal gestellt und abgelehnt bekommen. "Anträge werden durch erneute Vorlage nicht besser" hatte Bürgermeister Unger gewertet, und gleichzeitig konstatiert: "Wir sind an allem dran, die Beschlüsse sind gefasst. Wir haben keine Projekte, bei denen uns diese Arbeitsgemeinschaft helfen könnte".

Mit noch drastischeren Worten machte der Rathauschef seinem Unmut über den Antrag zur Ertüchtigung stillgelegter Brunnen im Stadtgebiet Luft. "Diese Arroganz und Überheblichkeit, mit der die Verwaltung mit solchen Anträgen vorgeführt wird, ist unerträglich. Dieser Antrag ist überflüssig wie ein Kropf", wetterte Unger, für den alles, was im Antrag aufgelistet wurde, zum Tagesgeschäft einer Verwaltung gehört. "Wir sind längst mit der OVAG in einem Boot", nachdem man sich vor etwa zehn Jahren unabhängig von eigenen Brunnen und Hochbehältern machte und sich an die OVAG-Wasserleitung nach Frankfurt anschloss.

Hessenweit einmalig sei übrigens das Ober-Florstädter Modell, wo Wasser aus einem solchen Hochbehälter in ein eigenes, kleines Brauchwassernetz im Baugebiet "Am schwarzen Berg" eingespeist werde.

Die Grünen hatten vorgeschlagen ehemalige Brunnen wieder zu ertüchtigen, um der Wasserknappheit bei einer erneuten sommerlichen Dürre zu begegnen.

Unger machte deutlich, dass zu diesem Thema eine Anfrage wesentlich cleverer gewesen wäre. Allerdings werde er künftig keine Anfragen mehr beantworten und Mitarbeiter stundenlang recherchieren lassen, wenn es um Themen geht, wo der Stadtverordnetenversammlung die Kompetenz und die Zuständigkeit fehle.

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