Im Zentrum Nieder-Florstadts wird die Ahmadiyya-Gemeinde ihre Moschee bauen.
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Im Zentrum Nieder-Florstadts wird die Ahmadiyya-Gemeinde ihre Moschee bauen.

Ahmadiyya-Gemeinde

Grundstein liegt seit sechs Jahren: Der Moschee-Bau bald starten

  • VonRedaktion
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Bereits im Oktober 2015 wurde der Grundstein für eine Moschee im Zentrum Nieder-Florstadts gelegt. In den kommenden Wochen soll das lange geplante Bauvorhaben der Florstädter Ahmadiyya Muslim Jamaat endlich beginnen.

Florstadt – »Das ist nicht nur ein historisches Ereignis für die Stadt Florstadt, sondern ein ebenso bedeutsames Vorhaben der lokalen Ahmadiyya-Gemeinde«, sagt deren Vorsitzender Annas Khan.

Interessierte bekommen während einer Veranstaltung Anfang November (siehe Info) die Chance, mehr über das Projekt zu erfahren. Hier sei der Raum für einen sachlichen und konstruktiven Austausch, erklärt Khan. »Die Moschee ist im Islam ein Versammlungsort für die gesamte Menschheit, von dem nicht nur Licht und Spiritualität, sondern auch Schutz und Sicherheit ausgehen. Sie hat auch die Aufgabe, den gesellschaftlichen Frieden zwischen den Menschen zu etablieren und den gegenseitigen Dialog zu fördern, unabhängig von Religion und Herkunft. Bei einem derart wichtigen Projekt sind Transparenz und Vertrauen sehr wichtig.«

Grundsteinlegung vor sechs Jahren in Florstadt: Probleme bei der Planung verzögern Bau

Vor sechs Jahren hatte das Oberhaupt der internationalen Ahmadiyya-Gemeinde, Kalif Hazrat Mirza Masroor Ahmad, vor rund 300 Glaubensbrüdern und Gästen den Grundstein für den Bau gelegt. Auf dem Bauplatz neben dem Rewe-Markt in der Willy-Brandt-Straße legten danach unter anderem seine Ehefrau, der Bundesvorsitzende der Ahmadis, Abdullah Uwe Wagishauser, Bürgermeister Herbert Unger (SPD) und die Bundestagsabgeordnete Bettina Müller (SPD) weitere rote Backsteine. Der Kalif machte dabei deutlich, dass die Ahmadiyya-Gemeinde für Liebe und Harmonie stehe. Das sei auch in Florstadt nicht anders. Er betonte die Werte der Ahmadis, zu denen Aufrichtigkeit und Treue zu den Nachbarn gehörten.

Dass die Moschee sechs Jahre nach der Grundsteinlegung noch nicht steht, erklärt Khan, seit gut einem Jahr Vorsitzender der Gemeinde, mit Problemen bei der Planung, die das Projekt verzögert hätten.

Moschee in Florstadt: Kein Muezzin-Ruf soll zu hören sein

Die Moschee auf dem 810 Quadratmeter großen Gelände soll zwei Hallen, einen Mehrzweckraum sowie Büros, eine Küche und eine Wohnung für den Geistlichen und dessen Familie umfassen. »Dank der Küche werden wir Gäste bewirten können, denn wir planen wieder interreligiöse Veranstaltungen«, erklärt der Vorsitzende. Dazu komme ein kleines, nicht begehbares Zierminarett. Daher werde kein Muezzin-Ruf nach draußen dringen. Zudem werde der symbolische Turm keinen ortsbildprägenden Charakter haben. In dem neuen Gebetshaus soll es einen Gebetsraum für Frauen und einen für Männer geben. Die Moschee soll jeden Tag geöffnet sein.

Der ursprünglich angedachte Bau einer Kuppel sei mit Verweis auf die umliegende Bebauung mit ausschließlich Flachdächern nicht genehmigt worden, erklärt Khan. Die Baukosten seien mit 900 000 Euro veranschlagt, dazu kämen noch die Kosten für vorbereitende Bodenarbeiten. Sowohl das Grundstück als auch den Bau bezahle die Ahmadiyya-Gemeinde selbst.

Die Moschee soll den Namen »Mubarak« erhalten, das bedeutet »segensreich«. Sie entsteht im Zuge des 100-Moscheen-Programms des muslimischen Verband Ahmadiyya Muslim Jamaat. Wann das Gebetshaus stehen wird, vermag Khan derzeit noch nicht zu sagen. »Alles ist recht unsicher in dieser Corona-Zeit, Baumaterial ist knapp. Daher ist eine Schätzung nicht möglich.«

Neue Moschee in Florstadt: Altes Gebetszentrum schon lange zu klein – Gebete finden wieder statt

Die Florstädter Gemeinde hat seit vielen Jahren ein Gebetszentrum in der Nähe der Faulgasse. Doch das ist schon lange zu klein geworden für die etwa 160 Mitglieder, die in Florstädter Stadtteilen, Assenheim, Bönstadt und Ilbenstadt leben. Wegen der Pandemie musste das Gebetszentrum lange Zeit geschlossen bleiben. Veranstaltungen konnten nur online stattfinden, darunter beispielsweise im März eine Podiumsdiskussion zum Thema Extremismus. Im Frühjahr nahmen Vertreter der Gemeinde an der SPD-Aktion »Sauberes Florstadt« teil und sammelten Müll ein. Im Juli spendete die Ahmadiyya-Jugend Lebensmittel sowie Drogerieartikel an die Büdinger Tafel.

Mittlerweile finden die Gebete wieder statt. »Wir halten uns dabei an alle Corona-Regeln. Die Zahl der Menschen ist reduziert, wir achten auf Abstand und tragen Masken, außerdem muss sich jeder anmelden und registrieren«, schildert Khan. Die Florstädter Gemeinde nahm ihren Ursprung 1995 in Friedberg-Fauerbach. Die Ahmadis stammen überwiegend aus Pakistan. Seit Mitte der 70er Jahre werden sie dort verfolgt und erhalten in der Regel als politisch Verfolgte in Deutschland Asyl.

Fragen und Antworten

Für Donnerstag, 4. November, lädt die Ahmadiyya Muslim Jamaat zu einer Infoveranstaltung ein, bei der man mehr über das Bauvorhaben erfahren kann. Sie beginnt um 18.30 Uhr im Bürgerhaus Nieder-Florstadt. Eine Frage-Antwort-Runde, eine Islamausstellung mit Schautafeln, ein Austausch bei Kaffee und Kuchen sowie Grußworte von Bürgermeister Herbert Unger und dem Bundesvorsitzenden der AMJ Deutschland KdöR, Abdullah Uwe Wagishauser, komplettieren das Programm. Eine Anmeldung unter https://bit.ly/3hmuhaZ ist erforderlich. Für den Einlass gelten die 3G-Regeln. (bf Christian Berg)

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