CO2-Neutralität bis zum Jahr 2040?

  • VonStephan Lutz
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Florstadt (sl). Breiten Raum haben im Florstädter Parlament auch die Beratungen zum Antrag der Grünen für ein Kommunales Klimaschutzkonzept eingenommen, das schlussendlich mit kleinen Änderungen beschlossen wurde, die einem Änderungsantrag der SPD entsprangen. Einzig den Passus, wonach 70 Prozent der CO2-Emissionen gegenüber dem Jahr 1990 eingespart werden sollen, konnte die CDU nicht mittragen, weil es aus dieser Zeit keine Vergleichswerte gebe.

Die drei anderen Unterpunkte des Antrags wurden einstimmig beschlossen, nachdem auf Anraten der SPD die Punkte drei und vier getauscht wurden. Es mache demnach mehr Sinn zunächst mit einem Klimaschutzmanager ein Konzept zu erarbeiten und erst dann dem Bündnis »Hessen aktiv: Die Klima-Kommunen« beizutreten.

Demnach beschloss das Parlament für Florstadt das Klimaschutzziel einer CO2-Neutralität bis zum Jahr 2040. Bis zum Jahr 2030 soll eine Reduzierung der Emissionen um mindestens 70 Prozent der Werte von 1990 erreicht werden. Das Klimaschutzkonzept soll von Umweltberater Alfred Schlosser (Diplom-Biologe) begonnen werden und nach dessen Verabschiedung in den Ruhestand von einem neu einzustellenden Klimaschutzmanager begleitet werden. »Je besser das Konzept, umso besser die Erfolge«, so SPD-Fraktionsvorsitzender Torsten Trupp. Bürgermeister Herbert Unger erinnerte an die Weitsicht seines Vorgängers Heinz Trupp, der mit Schlosser bereits vor 30 Jahren einen der ersten Umweltberater im Wetteraukreis eingestellt hatte. Schlosser soll schon bald mit der Datenaufnahme beginnen und den Iststand ermitteln.

Überrascht vom »Kuschelkurs der SPD« zeigte sich Stephan Wagner (CDU), der nicht nur die »Absurdität« der Vergleichswerte von 1990 herausstellte, sondern auch verdeutlichte, dass die größten Emissionsgeber die Kläranlage und alle Haushalte im Stadtgebiet seien. Deshalb fragte er, wer die Veränderungen der Bürger bezahlen solle. »Nur die Errichtung von Fotovoltaikanlagen bewegt noch nichts«, meinte Wagner, der von enttäuschenden Absagen aus Behörden mit Grünen-Verantwortung berichtete. Punkt eins (Vergleichswerte von 1990) wurden von der CDU und einer Stimme aus dem SPD-Lager abgelehnt. Über die restlichen Punkte herrschte nach der Betrachtung des SPD-Änderungsantrags bei allen Fraktionen Einmütigkeit.

Direkt ohne Aussprache in den Ausschuss für Infrastruktur und Umwelt überwiesen wurde der Grünen-Antrag zur Starkregen-Gefahrenkarte für Florstadt. Zunächst will man dort einen Fachmann zu Wort kommen lassen.

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