In Florstadt und Friedberg

Betrüger schlagen zu: Senioren verlieren mehr als 40 000 Euro

  • vonRedaktion
    schließen

Betrüger haben in Florstadt und in Friedberg zugeschlagen. Sie erschlichen sich geschickt das Vertrauen von zwei Senioren und brachten sie dazu, 15 000 Euro bzw. 26 000 Euro an Boten zu übergeben.

In Florstadt klingelte bei einer 84-Jährigen am 6. Mai das Telefon; am Apparat ein »Notar«, der von einer Notlage eines Angehörigen der Senioren berichtete und um einen fünfstelligen Euro-Betrag für diesen bat. Zwei Tage lang wurde die Seniorin in Telefonaten bedrängt, in die sich zwischenzeitlich auch ein falscher Bankmitarbeiter einschaltete. Die Seniorin übergab einem Boten schließlich 15 000 Euro. Der Unbekannte war laut ihr zwischen 45 und 50 Jahre alt, hatte eine leicht gebräunter Haut, kurze schwarzgraue Haare und sprach schlechtes Deutsch. Er trug einen grünen Mund-NaseSchutz, blaue Jeans sowie ein grau-blaues T-Shirt. Das Geld verstaute er in einer Jack-Wolfskin-Umhängetasche.

Neffe, Polizist, Anwaltsgehilfin

Wie perfide die Betrüger vorgehen und sich geschickt auf die Widerstände der Opfer einstellen, zeigt der Fall einer 71-Jährigen aus Friedberg: Der Anrufer schaffte es am 5. Mai die Rentnerin glauben zu lassen, dass er ihr Neffe sei. Er brauche dringend Geld.

Die Tante zeigte sich hilfsbereit, organisierte 26 000 Euro und legte sie bereit. Als der Betrüger eine Botin zum Abholen des Geldes vorbeischicken wollte, lehnte die Friedbergerin ab und forderte ihren »Neffen« auf, persönlich den Betrag abzuholen. Kurz darauf klingelte erneut das Telefon der 71-Jährigen. Diesmal war ein »Polizist« am Apparat, der sie dafür lobte, sehr besonnen gehandelt zu haben. Er rief wenige später erneut an und baute Vertrauen zu dem Opfer auf. Er würde sich ihrer Sache annehmen, und sollte eine Person kommen, die das Geld in Empfang nehme, habe das schon seine Richtigkeit.

Es klingelte erneut und der falsche Neffe erklärte, dass bald die Mitarbeiterin eines Anwaltsbüros bei ihr eintreffen werde und sie das Geld ruhig aushändigen könne. Auf der Straße übergab die Friedbergerin dann einer unbekannten Frau die 26 000 Euro. Die dunkelblonde Frau habe gepflegt gewirkt, ein hellbeiges Kostüm getragen; sie war ca. 1,60 Meter groß, von normaler Statur und sprach gutes Deutsch.

Da es trotz aller Aufklärungsarbeit der Polizei den Betrügern immer wieder gelingt, ihre Opfer dazu zu bringen, Wertsachen an sie auszuhändigen, wenden sich die Ermittler mit einem Appell an die Angehörigen älterer Menschen: »Klären Sie sie in Gesprächen über die Betrugsmasche auf und stellen Sie sich im Zweifel als Ansprechpartner für die Senioren zur Verfügung. Zeigen Sie die Möglichkeit auf unter der Nummer 110 jederzeit die Polizei zu Hilfe zu holen«, sagt Polizeisprecher Guido Rehr. Am Ende eines Betruges stehe nicht selten der Verlust sämtlicher Barschaften und Wertsachen der Opfer.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare