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Befreiende Wirkung der Kunst

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Von: Inge Schneider

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Martina Stockmeier (3. v. r.), Schriftführerin bei den Kranichen, lässt es sich nicht nehmen, beim Workshop in der May’schen Scheune selbst zum Ton zu greifen und künstlerisch aktiv zu werden. Wie ihre Vorstandskollegen freut sie sich über das rege Interesse der Gäste. © Inge Schneider

Florstadt-Staden (im). Rund 25 Kunstbegeisterte haben sich am Wochenende zum jährlichen Workshop des Florstädter Kunst- und Kulturkreises Kraniche getroffen. In der Scheune der Familie May hinter dem Stadener Hotel, Café und Restaurant Schloss Ysenburg wendeten sie sich - generationenübergreifend und je nach Lust und Laune - einer der drei angebotenen Sparten Aquarell, Pastell oder Töpfern zu.

Nachdem sie einige Überlegungen auf das Motiv verwandt hatten, begannen sie mit der künstlerischen Arbeit.

Zuwachs in Corona-Zeiten

Gegen Mittag war bereits eine kleine Galerie abstrakter und konkreter Gemälde entstanden, konnte man menschliche Figuren, Tiere sowie Gebrauchsgegenstände in Ton bewundern. Die Anleitung in puncto Töpferei übernahm Gogo Baumgart, in Sachen Malerei stellten sich der Vorsitzende Bernd Raab und sein Stellvertreter Gob Wolter zur Verfügung.

»Ein voller Erfolg«, resümierte Rechner Wilfried Beckmann im Gespräch mit dieser Zeitung, während Schriftführerin Martina Stockmeier sich noch selbst als Töpferin betätigte. Beckmann ist normalerweise für den Bereich Fotografie zuständig und zählte weitere Betätigungsfelder auf, in denen die Kraniche aktiv sind: »Neben den Sparten, die wir in diesem Workshop anbieten, arbeiten unsere Künstler in Öl, Öllasur, Acryl und Mischtechnik, in Kohle und Rötel, sie führen Bildhauerarbeiten in Holz, Alabaster und Ytong aus, gestalten hochwertige Puppen, Schmuck und natürlich Fotografien sowie Collagen, um nur einige Techniken aufzuzählen.« Für ein kostengünstiges Mittagessen sorgte am Workshoptag Gastgeber Klaus May - auch er ein langjähriges Vereinsmitglied.

Vorsichtiger Optimismus macht sich bei den Kranichen breit, auch angesichts der Tatsache, dass sich unter den Workshop-Teilnehmern einige Kinder und Jugendliche befanden. »Die Kunst wird die Pandemie überleben«, sind sich Vorsitzender Raab und Rechner Beckmann sicher.

Nächster Kurs im Oktober

»Dieser Workshop mit ausschließlich externen Gästen beweist, wie groß das Interesse ist und dass viele Menschen in der erzwungenen Isolation die befreiende und heilsame Wirkung künstlerischer Arbeit ganz neu oder nach einer langen Schaffenspause wiederentdeckt haben«, sagen sie.

Während viele Vereine in der Corona-Krise von Mitgliederschwund betroffen waren, verzeichneten die Kraniche sogar einen leichten Zuwachs von 32 auf 37 Vereinsmitglieder. Die externen Workshops fanden unter erhöhten Sicherheits- und Hygienevorkehrungen ebenso statt wie die monatlichen Treffen der Vereinsmitglieder in der Karl-Weigand-Schule. Hier werden die persönliche künstlerische Weiterentwicklung und der wechselseitige Austausch gepflegt. Auch eine erfolgreiche Kunstausstellung im Löw’schen Schloss liegt seit drei Monaten hinter den Kranichen. »Und für diesen Herbst-Workshop mussten wir einigen Interessierten sogar absagen, weil die maximale Teilnehmerzahl erreicht war«, freut sich Rechner Beckmann und kündigt aus diesem Grund einen weiteren Workshop noch für den Oktober an, der dann im Bürgerhaus Staden stattfinden soll.

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