Die mit Zuckerrüben beladenen Laster sind künftig öfter zu sehen, denn die Landwirte wollen (und sollen) mehr Rüben anbauen.
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Die mit Zuckerrüben beladenen Laster sind künftig öfter zu sehen, denn die Landwirte wollen (und sollen) mehr Rüben anbauen.

Bald zusätzliche Rübenlaster auf Wetterauer Straßen

Wetteraukreis (kai). Wie geht’s weiter mit dem Zuckerrübenanbau in der Wetterau? Antworten gab’s am Donnerstag beim 16. Wetterauer Zuckerrübentag in Florstadt. Künftig werden wieder mehr Zuckerrüben auf den Äckern gedeihen – und es werden mehr Laster auf den Straßen zu sehen sein.

Die bisherigen Lieferrechte, die Quoten, fallen weg. An deren Stelle tritt das Basislieferrecht auf dem Niveau der jetzigen Quote. Südzucker ermutigte Landwirte, sich zu verpflichten, mehr Zuckerrüben anzubauen. Ziel ist es, die 29 Fabriken komplett auszulasten. Die Kampagne wird dafür auf 120 Tage ausgedehnt, künftig extrahieren die Fabriken von Mitte September bis Mitte Januar Zucker aus den Rüben.

»Der weltweite Zuckerverbrauch steigt an, die Produktion sinkt«, erklärte Dr. Matthias Mehl, Vorsitzender der Wetterauer Zuckerrübenanbauer. Er berichtete vom gemeinsamen Ringen um den idealen Weg. Die Preise, die die Landwirte für die süßen Früchte bekommen, sind abhängig davon, zu welchem Preis Südzucker den Zucker absetzen kann. Eine entsprechende Referenztabelle wurde erarbeitet. Außerdem übernimmt Südzucker 75 Prozent der Frachtkosten, die anfallen, um die Zuckerrüben in die Fabriken zu liefern.

Mehl: »Ziel ist es, die Anbauer zu halten, damit niemand wegen der Fracht die Zuckerrüben aufgibt.« Es sei gut, dass das Gerüst für die Zeit nach der Quote bereits jetzt bekannt ist. »Damit können wir uns in der Fruchtfolge darauf einstellen.« Empfohlen werde, den Zuckerrübenanbau um ein Drittel auszudehnen. »Wir haben Potenzial nach oben«, sagte Mehl. Neben den Fabriken sei es möglich, die Roder, Transporter und Verladegeräte besser auszulasten. Einige Änderungen stünden in der bisherigen Struktur der Transportgemeinschaften an, sie müssten in eine andere Rechtsform wechseln. Mit Folgen für die Fahrer: Sie bräuchten bald die Berufskraftfahrer-Qualifikation, müssten alle fünf Jahre an Fortbildungen teilnehmen. »Die Wetterau ist ein gutes Anbaugebiet«, sagte Südzucker-Manager Manfred Kröhl. Bereits zur Ernte 2016 sei es nötig, die Anbaufläche auszuweiten. Der Zuckermarkt sei volatil. »In Problemen liegen auch Chancen.« Problematisch sei das vergangene Zuckerrübenjahr gewesen. »200 Liter Regen je Quadratmeter fehlte, dadurch blieb der Zuwachs aus«, erklärte Mehl.

Nach mehreren Jahren mit Rekordernten lieferten die Wetterauer Landwirte im Durchschnitt 68,4 Tonnen Rüben pro Hektar. Im Vorjahr waren es fast 20 Tonnen mehr gewesen. Hinzu kam, dass nach den Spitzenerträgen die Anbaufläche reduziert wurde, so dass lediglich auf rund 3600 Hektar Rüben wuchsen. Überdurchschnittlich fiel der Zuckergehalt mit 18,5 Prozent aus. Top-Ernten erzielten diesmal die Rübenanbauer rund um Büdingen und Ranstadt, erklärte Peter Fecke von der Zuckerfabrik in Wabern. Er lobte die Wetterauer Rübenlogistik. Im Hinblick auf die längere Kampagne von September bis Januar seien mehr Fahrer nötig. Die Roder müssten etwa 15 Hektar täglich ernten. Kröhl ermutigte die Landwirte sich beraten zu lassen. Um effektiver zu werden, müssten die Potenziale in den Gemarkungen ausgeschöpft werden. Die Schwankungen von höchstem zu geringstem Ertrag in einer Gegend lägen zwischen sieben und 16 Tonnen.

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