Frank Burger (l.), Verkaufsleiter des Autohauses Müller Hüttenberg, und Heinrich Treutner (Lotus) freuen sich gemeinsam mit Lidia und Roxanne Schmidt über das neue Auto, das durch Spenden von WZ-Lesern finanziert worden ist.
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Frank Burger (l.), Verkaufsleiter des Autohauses Müller Hüttenberg, und Heinrich Treutner (Lotus) freuen sich gemeinsam mit Lidia und Roxanne Schmidt über das neue Auto, das durch Spenden von WZ-Lesern finanziert worden ist.

Ein Auto für Roxanne

Florstadt (sk). Ganz ehrlich: Die Hoffnung auf Erfolg war nicht allzu groß, als wir von der WZ im Juni einen Artikel veröffentlichten, der das Schicksal von Lidia Schmidt und ihrer schwerstbehinderten Tochter Roxanne schilderte – auch mit dem Ziel, die Leser zu animieren, für die kleine leidgeplagte Familie Geld für den Kauf eines behindertengerechten Fahrzeugs zu spenden.

Lidia Schmidt aus Florstadt ist alleinerziehend, ihre 13-jährige Tochter benötigt volle Aufmerksamkeit und Betreuung rund um die Uhr. Diese extreme Form der Pflege ist von einem einzelnen Menschen eigentlich nicht zu meistern. Doch Lidia Schmidt setzt ihre ganze Kraft dafür ein, dass Roxanne nicht in einem Heim untergebracht werden muss. Ein Aspekt dabei ist die Mobilität. Roxanne kann nur ganz kurze Strecken zu Fuß zurücklegen, und auch das ist sehr beschwerlich – für Mutter und Tochter gleichermaßen. Mehr als ein paar Meter Laufen oder Busfahren, gezielt und punktgenau Ein- und Aussteigen, ein Ziel ansteuern: ein Vabanque-Spiel. Deshalb war es ein Wunsch von Lidia Schmidt, ein eigenes, behindertengerechtes Auto anzuschaffen. Dieser Wunsch hat sich nun erfüllt. Dank der zahlreichen Spenden unserer Leser und dem großen Engagement der gemeinnützigen Hilfsorganisation Lotus um ihren Leiter Heinrich Treutner konnte Lidia Schmidt dieser Tage einen VW-Multivan mit Rollstuhlplatz kaufen, zumal Frank Burger, der Verkaufsleiter des Autohauses Müller in Hüttenberg, den Preis des Wagens großzügig nach unten rechnete.

Der neue Wagen erleichtert den Alltag von Lidia Schmidt erheblich. Allerdings hat das Spendenbudget nicht ausgereicht, um den Van mit einer Rollstuhlrampe nachzurüsten. Das Problem ohne Rampe: Roxanne hat starke motorische Einschränkungen. Dazu kommt, neben den Folgen eines Gendefekts, noch die Problematik, die vermutlich mit der Autismus-Erkrankung zusammenhängt: Eigen- und Fremdaggression. In der Praxis bedeutet das: Wenn Roxanne aus dem Rollstuhl aussteigt, aber nicht ins Auto einsteigen möchte – was bei einem Teenager durchaus vorkommt – dann hat Mama Lidia im Grund keine Chance: Roxanne ist 50 Kilogramm schwer, sehr stark und damit im Konfliktfall kaum zu bändigen.

Weitere Spenden nötig

Die benötigte elektrische Hebebühne kostet rund 6500 Euro. Frank Burger vom Autohaus Müller hat zugesagt, einen Nachlass zu gewähren, damit der Einbau realisiert werden kann. Der Grundstock ist bereits gelegt: Ein in Bad Nauheim ansässiges Ehepaar, das anonym bleiben möchte, hat aufgrund unseres letzten Aufrufs in der Wetterauer Zeitung 1000 Euro für die Fahrzeugrampe gespendet.

Das Paar, möchte mit seiner gemeinnützigen Stiftung neben internationalen und überregionalen Projekten auch lokale Bedürftigkeiten – wie Roxanne – unterstützen.

Das ist auch das Credo des in Gießen ansässigen Vereins Lotus. Die von Heinrich Treutner geleitete Organisation unterstützt die Spendenaktion für Roxanne bereits fast von Beginn an und bietet die Möglichkeit, steuerlich abzugsfähige Spendenbescheinigungen auszustellen.

Wer mithelfen möchte, dass das Fahrzeug von Lidia Schmidt mit einer elektrischen Rollstuhlrampe ausgerüstet wird, kann dies tun unter dem Stichwort »Roxanne«, Konto-Nr. DE06 5139 0000 0046 7723 00. Volksbank Mittelhessen.

Alles dreht sich um Roxanne

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