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Fotoshootings vor der Haustür in Florstadt: Das machen Anna Schindler und ihre Freunde schon immer gerne. Für die Frankfurt Fashion Week, bei der die 22-Jährige für einen Modedesigner gelaufen ist, war es eine gute Übung.

Model

„Auf dem Laufsteg wird nicht gelacht“: Wetterauerin läuft auf der Fashion Week

  • Sabrina Dämon
    VonSabrina Dämon
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Eine Medizin-Studentin aus der Wetterau läuft auf der Frankfurt Fashion Week mit. Ihre einzige Laufsteg-Erfahrung zuvor: „Germany’s next Topmodel“ im Garten spielen.

Florstadt – Modeln oder Medizin? Anna Schindler muss nicht lange überlegen: »Medizin. Weil dafür mein Herz brennt.« Die 22-Jährige studiert im vierten Semester in Frankfurt und pendelt von ihrem Heimatort Florstadt zur Uni.

Modeln mache Spaß, aber wäre höchstens eine schöne Nebenbeschäftigung. Kürzlich, Anfang Juli, konnte sie das feststellen: Sie ist zum ersten Mal bei einer professionellen Schau mitgelaufen. Mit Kleidung des Modedesigners Samuel Gärtner im Frankfurter Senckenberg-Museum.

Wetterauerin auf der Fashion Week: „Germany’s next Topmodel“ im Garten

Auf die Suchanzeige ist sie im Internet gestoßen: Dass Models gesucht werden für Gärtners Show in Frankfurt, stand darin. Und, der entscheidende Teil: Es sollen keine Profis sein, sondern einfach Leute, die Spaß am Modeln haben.

Das hat die 22-Jährige - zumindest in der Form, in der sie es schon vor Jahren im heimischen Garten mit Freundinnen gemacht hat. Die Mädels haben damals »Germany’s next Topmodel« gespielt. »Mit zwei Freunden aus der Nachbarschaft haben wir im Garten einen Laufsteg gemacht, hohe Schuhe angezogen, uns gegenseitig bewertet und Fotoshootings gemacht.« Fotoshootings, erzählt Anna Schindler, machen sie noch immer. Und selbst, wenn die Gartenversion von »Germany’s next Topmodel« nur ein Spiel gewesen ist, glaubt sie doch, es habe geholfen: »Die Hemmschwelle war nicht so hoch.«

Wetterauerin auf der Fashion Week: Vorher „nicht so verrückt machen“

Also schrieb sie eine Mail an Samuel Gärtner, »und es hat gepasst«. Groß vorbereitet habe sie sich nicht: ein You-Tube-Video angeschaut zum Thema »Laufen auf dem Laufsteg«, hin und wieder zu Hause durch die Wohnung gelaufen, als wäre es ein Laufsteg. »Aber ich dachte mir auch, man darf sich da gar nicht so verrückt machen.«

Am 5. Juli dann die Fahrt nach Frankfurt. Die Show war für abends angesetzt, die Models allerdings schon für Vormittag bestellt - um den halben Tag zu proben und den anderen halben, um gestylt zu werden.

Wetterauerin auf der Fashion Week: Das Beste war die Show

Anna Schindlers Fazit: »Es war toll und hat sehr, sehr viel Spaß gemacht.« Der Tag an sich, das Styling, das Outfit, das ihr zugeteilt worden ist. Und die Tipps: »Ich bin zum Beispiel ein Mensch, der viel lacht, es war aber klar: Auf dem Laufsteg wird nicht gelacht.«

Das Beste aber war die Show, erzählt sie. Vorbei an Dinosaurier-Skeletten, die in einer Halle im Museum stehen, an den Gästen auf den Klappstühlen und an den Fotografen. »Wenn man da läuft, denken die Gäste, man ist total selbstbewusst, auch wenn man das in dem Moment gar nicht ist.« Das sei eine gute Lektion aus dem eintägigen Model-Dasein: »Hinterher fühlt es sich gut an, den Mut gehabt zu haben, es zu machen.«

Wetterauerin auf der Fashion Week: Alle barfuß

Was gut für die größtenteils aus Hobby-Models bestehende Gruppe war: Alle sind barfuß gelaufen. »In hohen Schuhen wäre für den Anfang nicht ohne gewesen.« Und so ist die vorherige Stolper-oder-Hinfall-Angst etwas genommen worden. Überhaupt sei die Aufregung nicht so groß gewesen, da die Gruppe den ganzen Tag zusammen verbracht hatte: »Ich war schon aufgeregt. Aber dadurch, dass wir uns gegenseitig motiviert haben, ging es.« Letztlich, sagt Anna Schindler, war es eine tolle Erfahrung. Vor allem, als sie danach Artikel im Internet gefunden habe aus neuseeländischen oder chinesischen Zeitungen, in denen von der Show berichtet wurde.

Sollte sich die Gelegenheit bieten, sie würde es auf jeden Fall wieder machen, sagt sie. Vielleicht auch als Nebenjob bei einer Modelagentur. Zumindest, wenn es mit dem Studium vereinbar ist. (Sabrina Dämon)

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