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Fionrir bekommt eine Stimme

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Die Kinder und Fans sind traurig. Die Reise des Drachen Fionrir ist beendet. Der Friedberger Autor, WZ-Kolumnist und Poetry-Slammer Andreas Arnold hat die Trilogie abgeschlossen. Doch jetzt wird es doch etwas Neues geben: Fionrir bekommt eine Stimme. Arnold produziert ein Hörbuch und erfüllt sich damit einen Traum.

Vor genau drei Jahren veröffentlichte Andreas Arnold - in der Wetterau als Poetry-Slamer, Autor und WZ-Kolumnist bestens bekannt - mit "Fionrirs Reise" sein erstes Kinderbuch. Es folgten mit "Fionrirs Reise geht weiter" und "Reise ins Tal der Drachen" zwei weitere Bände der inzwischen abgeschlossenen Trilogie mit den Abenteuern des kleinen Drachen Fionrir.

In unzähligen Lesungen hat Arnold viele kleine und große Fionrir-Fans gewonnen. Einige waren schon traurig, dass es keine Fortsetzung von Fionrirs Abenteuer geben wird. In Kürze jedoch wird es doch noch etwas Neues von Fionrir geben. Arnold hat sich einen lang gehegten Wunsch erfüllt und produziert gerade im Tonstudio von Moritz Herrmann sein erstes Hörbuch. Als Vorlage dient der erste Fionrir-Band. "Wir liegen in den letzten Zügen", sagte Arnold beim WZ-Besuch in Herrmanns Tonstudio.

"Ich hatte schon nach dem ersten Buch die Idee, ein Komplett-Paket zu schnüren und Fionrir hörbar zu machen", erzählt der 44-Jährige. Schon im Sommer 2018 traf er sich mit Herrmann, der seit 2013 das Label "Breadmaker" betreibt.

15 ganz unterschiedliche Künstler, vom Liedermacher bis zu Techno- und Rapinterpreten, haben bisher um die 40 Alben in Herrmanns Tonstudio produziert.

Auf Herrmann, der während seines Fachabiturs in einem Münchner Tonstudio tätig war, wurde Arnold jedoch durch ein anderes Projekt aufmerksam: Moritz Herrmann hatte 2018 mit seinem Bruder, dem aus vielen Filmen und Serien bekannten Schauspieler Mathias Herrmann, eine Hör-CD "Die schönsten Balladen" für die sich im Besitz der Familie Herrmann befindliche Buchhandlung Bindernagel produziert.

"Was das Produzieren eines Hörbuchs betrifft, da haben wir beide bei null angefangen", sagt Herrmann. Im November 2018 begann die Produktion, nachdem die Finanzierung durch zahlreiche Spenden eines Crowd-Founding-Projekts gesichert war.

In unregelmäßigen Abständen trafen sich die beiden zum Einsprechen des Buches. Der Text wurde eins zu eins übernommen. "Wir haben am Text keine Änderungen vorgenommen", sagt Arnold. Nur ein einziges Mal in den zurückliegenden Monaten produzierten die beiden eine Woche am Stück. Andere berufliche Verpflichtungen gingen oft vor.

Arnold spricht alle Rollen, was für ihn am Anfang nicht einfach war: "Manchmal musste ich in einem Kapitel acht Frauenstimmen sprechen, da kam ich an meine Grenzen." Was ihm half, war, sich in die einzelnen Protagonisten auch körperlich hineinzuversetzen. "Ich hätte nie gedacht, dass ich bei manchen Figuren automatisch eine bestimmte Haltung einnehme." Um die Spielorte hörbarer zu machen, nutzte Herrmann bei einigen Sprechszenen, wie in einer großen Halle oder in einer engen Höhle, spezielle Soundelemente, wie mehr oder weniger lauten Hall.

Wie viele Stunden bisher an der Produktion gearbeitet wurde, vermögen beide nicht zu sagen. "Bei 200 haben wir aufgehört zu zählen", sagt Hermann und Arnold ergänzt: "Und das ist schon lange her." Insgesamt entstand gut 20 Stunden Aufnahmematerial, aus dem das sieben Stunden und 40 Minuten lange Hörbuch entstand.

Aktuell werden die letzten Kapitel überarbeitet. Anschließend geht die Endfassung an Thorsten Zeller, in dessen Reimheim-Verlag das Hörbuch, ebenso wie zuvor die Fionrir-Bücher, erscheinen wird. "Wir denken, das wird Anfang Mai der Fall sein", hofft Arnold. Dann soll das Hörbuch über verschiedene Streamingdienste angeboten werden. Geplant ist auch eine kleine Auflage als Audio-CD.

"Die Arbeit war anstrengend, aber sie hat uns auch viel Spaß bereitet", erklärt das Duo, das plant, auch die beiden weiteren Fionrir-Bände als Hörbuch zu produzieren, dann mit mehreren Sprechern. "Und beim dritten Buch kommen noch Geräusche dazu, das wäre dann ein Hörspiel", sagt Arnold, der die Frage, wann es weitergeht mit einem Zitat von Helge Schneider beantwortet: "Wenn ich wieder Geld dafür habe". Und beide lachen laut los.

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