Alle sind verewigt: Helmut Amler aus Stammheim hat seine Frau Jutta, seine Söhne Tristan und Fabian sowie auch sich selbst auf diesem Bild festgehalten. FOTO: CAT
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Alle sind verewigt: Helmut Amler aus Stammheim hat seine Frau Jutta, seine Söhne Tristan und Fabian sowie auch sich selbst auf diesem Bild festgehalten. FOTO: CAT

Familie als Kunstobjekt

  • vonCathrin Lutz
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Florstadt (cat). Bisher hat der Stammheimer Hobbymaler Helmut Amler seine künstlerische Begabung gern in den Dienst des Vereins "Florstadt creativ" sowie dem "Arbeitskreis Dorfgeschichte" zur Verfügung gestellt. Vor allem dort hat er sich zum wahren Spezialisten entwickelt, wenn es darum geht, historische Ereignisse zu skizzieren.

Jetzt - in der Corona-Krise - hat er ein völlig neues Credo entdeckt: Seine eigene Familie. Inspiriert von Erlebnissen innerhalb der Familie, ist in den letzten acht Wochen ein Kunstwerk entstanden, das als modernes Ölgemälde im 80-x-80-Zentimeter-Format zu bewundern ist.

In den Mittelpunkt hat er seine Frau Jutta gesetzt, die er vor 45 Jahren bei Fotoaufnahmen für die FAZ kennengelernt hatte. Noch heute ist seine Frau der strahlende und herausragende Mittelpunkt.

Natürlich dürfen auf dem Familienbild auch die beiden Söhne Tristan und Fabian nicht fehlen. Fabian interessiert sich in besonderer Weise für Astrologie. Deshalb hat Helmut Amler dessen Vorliebe mit der Sonnenfinsternis und dem Winter-Sternbild "Orion" festgehalten.

Interessen im Bild versteckt

Der ältere Sohn Tristan entdeckte früh, wie spannend die Mathematik sein kann. Mit der "1. Binomischen Formel" hat sein Vater diese Leidenschaft dokumentiert.

Deutlich zu erkennen sind auch die Interessen der Familie. Helmut Amler hat sie geschickt im gesamten Panorama versteckt. Es sind die Hühner sowie die Fische im Aquarium und dem eigenen Gartenteich. Der Betrachter findet zudem Wellensittiche, die Musik, die Malerei und den Modellflug, aber auch ein gutes Tröpfchen "Amselfelder". Helmut Amler macht keinen Hehl daraus, dass der "Amselfelder" zu seinen Lieblingsweinen gehörte. Durch den Balkankrieg sei diese Quelle leider versiegt. Auch die wunderbaren gemeinsamen Reisen - beispielsweise 1996 nach Tunesien mit dem Besuch der historischen Stadt Karthago - wurden im oberen linken Bereich des Bildes festgehalten. Der Künstler selbst hat sich im Bild unten rechts als aufstrebender wissbegierigen jungen Mann dargestellt, dem die Zukunft offen steht.

Stolz präsentierte Helmut Amler dieser Tage der WZ sein Kunstwerk. Zur Motivation sagt er: "Die Fotos der Familie haben mich stets an das schöne Familienleben erinnert. Diese wunderschöne Zeit künstlerisch zu gestalten, war mir ein besonderes Anliegen." Vorerst findet das Bild im eigenen Haus einen würdigen Platz. Später soll das Bild auch der Öffentlichkeit präsentiert werden, wenn "Florstadt creativ" nach der Überwindung der Corona-Krise endlich wieder Ausstellungen organisieren kann.

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