Erleichterung über Windkraft-Entscheidung

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Münzenberg/Wölfersheim(pm/rüg). Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Gießen, eine Klage der Firma NWind zum Bau von Windrädern bei Wohnbach abzuweisen, sorgt für viel Zustimmung in den Reihen der Kommunalpolitiker in Münzenberg und Wölfersheim. Die Errichtung der Anlagen in einer Entfernung von drei bis vier Kilometern zu der als Einzelkulturdenkmal geschützten Burg Münzenberg hätte eine erhebliche Beeinträchtigung der Burg zur Folge - und würde somit gegen das Hessische Denkmalschutzgesetz verstoßen, hatten die Gießener Richter geurteilt.

"Mit großer Erleichterung haben wir das Urteil des Verwaltungsgerichtes Gießen zur Kenntnis genommen", erklärt Münzenbergs Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer (FW) in einer Pressemitteilung. "Die Errichtung und der Betrieb von vier Windenergieanlagen in Wölfersheim-Wohnbach ist damit hoffentlich vom Tisch."

Unverständnis und Empörung

"Die Freien Wähler begrüßen diese Entscheidung zum Schutz des Wetterauer Wahrzeichens", unterstreicht auch FW-Kreischef Ronald Berg. Die Vorstellung, dass über 200 Meter hohe Windräder in unmittelbarer Nachbarschaft des "Wetterauer Tintenfasses" stehen könnten, habe bei vielen Menschen in und um Münzenberg Unverständnis und große Empörung ausgelöst. Der Horror vor der "Belagerung der Burg Münzenberg durch Windkraftmonster" habe die gesellschaftlichen Kräfte von Vereinen über Ortsbeiräte und Parlamentarier aus den besonders betroffenen Kommunen Rockenberg und Münzenberg geeint, meint Tammer.

Münzenbergs Rathauschefin Tammer weiter: "Diesen vielen Menschen sind wir für ihren Einsatz zum Schutz der Kulturlandschaft und dem Erhalt des Artenschutzes in unserer Wetterauer Heimat sehr dankbar."

Das Urteil vom 15. September ist noch nicht rechtskräftig, ein Antrag der Windenergieanlagenbauer auf Zulassung der Berufung zu dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel möglich. "Wir hoffen jetzt, dass der Rechtsstreit nicht in die nächste Runde gehen muss", erklärte die Bürgermeisterin. Die Freien Wähler weisen darauf hin, dass die ursprünglich vorgesehene Vorrangfläche nur in eine Weißfläche umgewandelt worden sei, um das Thema noch mal nachzuverhandeln. Somit wären Genehmigungen für privilegiertes Bauen im Außenbereich nach dem Baugesetzbuch nach wie vor möglich.

FW: Weißflächen endgültig streichen

Die Freie Wähler fordern nun die Regionalversammlung auf, nach diesem Gerichtsurteil "klare Fakten zu schaffen und die Weißfläche bei Wohnbach endgültig zu streichen", so Berg. Auch die Wölfersheimer SPD begrüßt die ablehnende Entscheidung des Gerichts. Die Erste Beigeordnete Carmen Körschner und SPD-Fraktionsvorsitzender Matthias Appel schreiben: Wölfersheim sei sehr aktiv in Sachen Klimaschutz. So habe die Gemeinde beispielsweise einen der größten Solarparks Hessens errichtet und viele weitere Projekte umgesetzt. "Darauf ruhen wir uns auch nicht aus. Aber Klimaschutz muss immer im Einklang mit den betroffenen Menschen funktionieren. Das wäre bei den Anlagen in Wohnbach definitiv nicht der Fall gewesen. Deshalb freuen wir uns sehr über die Entscheidung des Gerichts und hoffen, dass damit ein Schlussstrich unter die Planungen gesetzt wird", betonen Körschner und Appel in einer Pressemitteilung.

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