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Ist das der perfekte Mann? Fasziniert beobachtet Alma (Maren Eggert) den für sie persönlich programmierten Androiden Tom (Dan Stevens) beim ersten Treffen in einem Tanzclub. Für ihre Rolle hat Eggert den Silbernen Bären gewonnen.

Erfolg bei der Berlinale

  • Sabine Bornemann
    VonSabine Bornemann
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Wäre ein Roboter der perfekte Partner? Programmiert, wie man es sich wünscht? Mit diesen Überlegungen setzt sich der Film »Ich bin dein Mensch« von Maria Schrader auseinander. Der Friedberger Benjamin Herrmann hat diesen Film mit seiner Firma Majestic deutschlandweit in die Kinos gebracht. Hauptdarstellerin Maren Eggert ist für ihre Rolle bei der Berlinale ausgezeichnet worden.

Der Moment auf der Berlinale war magisch. Mitten auf der Museumsinsel, genau dort, wo Maria Schraders Film »Ich bin dein Mensch« spielt, wurde der Erfolg gefeiert. Maren Eggert spielt die Hauptrolle in dem Film und ist dafür mit dem Silbernen Bären für die beste darstellerische Leistung ausgezeichnet worden.

Vermarktet wurde der Film von Majestic, der Firma des Friedbergers Benjamin Herrmann. Gezeigt wird der Film am Sonntag beim Open-Air-Kino im Rathauspark Friedberg. Benjamin Herrmann wird auf der Bühne erwartet und über »seinen« Film sprechen.

Silberner Bär für Maren Eggert

Herrmann konnte den Erfolg bei der Berlinale kaum fassen. »Dass eine romantische Komödie diese Auszeichnung bekommt, ist ungewöhnlich«, sagt er. Doch der Film ist weitaus mehr als eine romantische Komödie: Es geht um künstliche Intelligenz, menschlich gewordene Roboter und im Kern um die Fragen, wie Beziehungen sein sollen und wie wir in Beziehungen leben möchten.

Im Mittelpunkt steht Alma, gespielt von Maren Eggert. Sie ist Wissenschaftlerin am Pergamon-Museum in Berlin. Um an Forschungsgelder für ihre Arbeit zu kommen, lässt sie sich zur Teilnahme an einer außergewöhnlichen Studie überreden. Drei Wochen lang soll sie mit einem ganz auf ihren Charakter und ihre Bedürfnisse zugeschnittenen humanoiden Roboter zusammenleben, dessen künstliche Intelligenz darauf angelegt ist, der perfekte Lebenspartner für sie zu sein. Alma trifft auf Tom (Dan Stevens), eine hochentwickelte Maschine in Menschengestalt, einzig dafür geschaffen, sie glücklich zu machen.

Obwohl der Film in naher Zukunft spielen soll, ist er erstaunlich nah an der Realität: Man sieht kleine, runde, leuchtende Geräte, die an eine Alexa erinnern. Man fragt sich, was wäre, wenn menschliche Roboter tatsächlich zu unserem Leben gehören würden: Wären sie der perfekt »programmierte« Partner? In welchen Berufen könnten sie helfen? »Aktuell könnte man sogar überlegen, dass die humanoiden Roboter kein Corona haben würden und welche Vorteile das hätte«, sagt Herrmann.

Diese Vielschichtigkeit ist es, die ihn und das Team seiner Firma Majestic überzeugt hat, diesen Film in die Kinos zu bringen und zu vermarkten. Majestic hat sich beispielsweise um den Trailer, die Anzeigen, die Fernseh-Werbespots und vieles mehr gekümmert. Inhaber Herrmann ist natürlich froh, dass Kinos jetzt wieder geöffnet sein dürfen. Noch besser in diese Zeit passt das Kino an der frischen Luft.

Herrmann kommt für das Open-Air-Kino am Sonntag zurück in seine Heimat. Kino und Friedberg sind für ihn eng miteinander verbunden. Als Jugendlicher hat er bei Hans Albert Wunderer, dem ehemaligen Betreiber des Kinocenters, im damaligen Kino gearbeitet und Karten abgerissen. Jetzt schließt sich der Kreis, denn Wunderer ist mitverantwortlich für das Open-Air-Kino im Rathauspark.

»Ich liebte Filme und Kino, schon immer. Ich wollte damals im Kinocenter jeden Film fünfmal sehen. Es sind besondere Orte«, erinnert er sich.

Genau das hat ihm - wie vielen anderen auch, in der Pandemie und den Zeiten des Locksdowns gefehlt. »Kino ist nicht nur das Abspielen von Filmen, es ist das soziale Erleben und nicht ersetzbar«, findet er.

Besonders freut er sich am Sonntag auf den Kontakt zum Publikum: »Filme produziert man ja ohne Zuschauer. Wir stellen uns vor, wie die Reaktionen sein könnten, aber die sieht man dann erst, wenn der Film bereits fertig ist«, sagt Herrmann.

Wie »Ich bin dein Mensch« bei den Wetterauern ankommt, wird Herrmann also direkt erleben. Dann gibt es vielleicht mitten im Rathauspark ähnlich magische Momente wie bei der Berlinale auf der Museumsinsel.

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Benjamin Herrmann

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