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Elina Noack erhält von Sabine Coldehoff (l.) und Stephanie Roser ein Buch als Auszeichnung.

Elina gewinnt Vorlesewettbewerb

Sechstklässler, die gerne vorlesen, konnten sich am Mittwoch beim Kreisentscheid für den Süden der Wetterau in Friedberg beweisen. Und eine Überraschung gab es noch dazu.

Auf einmal wird es ganz still im Bibliothekszentrum Klosterbau in Friedberg. Die Jury - bestehend aus Nachhilfelehrerin Claudia Kühnemund, Lese- und Litaraturpädagogin Gudrun Mütze von der Lahr, Vorjahressiegerin Adelene von Bothmer, und dem freiberuflichen Journalisten Florian Jung - nimmt ihren Platz auf der Bühne ein. Frei bleibt der kleine Tisch daneben, an dem bereits ein Mikrofon platziert ist. Dort dürfen die Kinder ihre Bücher präsentieren und eine Stelle vorlesen, die sie für besonders spannend erachten.

Stephanie Roser, stellvertretende Bibliotheksleiterin, begrüßt das Publikum aus Eltern, Geschwistern, Großeltern und natürlich den 14 Sechstklässlern, die an diesem Tag gewinnen wollen. Doch "ihr seid ja alle schon Sieger", betont sie. Denn alle Kinder, die am Kreisentscheid teilnehmen, hatten bereits den Wettbewerb an ihrer Schule für sich entschieden.

Nun geht es darum, für den Bereich Wetterau Süd, der alle Schulen südlich von Friedberg bis Bad Vilbel umfasst, weiterzukommen. Der Gewinner erhält einen Buchpreis und darf nächstes Jahr mit in der Jury sitzen. Außerdem erreicht er den Bezirksentscheid. Wer dort gewinnt, liest hessenweit und hat eine Chance, am 24. Juni im Bundesfinale in Berlin aufzutreten.

Nur Leseleistung soll zählen

Die Organisatorin Sabine Coldehoff von der mobilen Buchhandlung "LeseHorizont" erklärt den Kandidaten den Ablauf und bittet sie darum, möglichst nur ihren Vornamen, nicht den Namen ihrer Schule zu nennen. Denn es solle nur die Leseleistung bei der Bewertung zählen.

Die Vielfalt der Bücher kennt keine Grenzen. In Minuten wechseln die Lesungen zwischen einem Fußballspiel in Kapstadt, Essen mit den Olchis und dem Alltag der Schwester eines Stars. Auch Klassiker wie Percy Jackson, Die unendliche Geschichte und die Chroniken von Narnia finden sich in den Beiträgen der Kandidaten wieder. Die individuellen Erzählweisen und unterschiedlichen Betonungen, die die Kinder setzen, machen die Vorträge abwechslungsreich. Manche verstellen ihre Stimmen für den Charakter einer Maus oder einer alten Schildkröte so gut, dass die Protagonisten lebendig werden. "Da entstehen viele Bilder im Kopf", freut sich Coldehoff.

Nach der ersten Runde gibt es eine Überraschung. Der "besondere Gast" ist Fazel Alawi von der Johannes-Vatter-Schule in Friedberg. Er stellt außerhalb der Wertung das Bilderbuch "Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat" in Gebärdensprache vor. Am Rand steht seine Dolmetscherin mit einem Mikrofon und übersetzt die Gesten in Worte. Mit Handlungen und Zeichen erzählt er, wie der Maulwurf die Tiere befragt, wer ihm denn nun auf den Kopf gemacht hat. Die Zuschauer sind auf einmal gar nicht mehr so still, sie lachen. Fazel hatte den Wettbewerb an seiner Schule gewonnen, die Organisatorin wollte ihm die Möglichkeit geben, sein Buch einem breiteren Publikum vorzustellen.

In der zweiten Runde lesen die Kinder Passagen aus dem Buch "Land of Stories", das Coldehoff ausgewählt hat. Jeder liest eine andere Stelle. Danach zieht die Jury sich zurück, um ein Urteil zu fällen. Sie bewerten Lesetechnik. Aussprache und Interpretation der Vorleser.

Nach einer etwas längeren Pause vergeben sie Bücher an alle Kandidaten. Die drei ersten Plätze werden besonders hervorgehoben und bekommen zusätzliche Buchpreise. Der dritte Platz geht an Emilia Rosa von der Karl-Weigand-Schule in Friedberg. Der zweite PLatz an Nick Hartmann von der Kurt-Schumacher-Schule in Florstadt.

Die diesjährige Gewinnerin des Kreisentscheids ist Elina Noack vom Georg-Büchner-Gymnasium in Bad Vilbel mit ihrem Buch "Mein Sommer mit Mucks". Coldehoff und die Jury erklärten, sie habe den Fremdtext am besten vorgelesen.

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