Schäferhof-Vorsitzender Günther Schäfer und Trainerin Jaclyn Lavorato stellen dem Verein sechs eigene Pferde für den Unterricht zur Verfügung, etwa Sky (l.) und Julischka. Um sie zu schonen, haben sie aber auch ein Holzpferd angeschafft.	FOTOS: GEO
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Schäferhof-Vorsitzender Günther Schäfer und Trainerin Jaclyn Lavorato stellen dem Verein sechs eigene Pferde für den Unterricht zur Verfügung, etwa Sky (l.) und Julischka. Um sie zu schonen, haben sie aber auch ein Holzpferd angeschafft. FOTOS: GEO

Für einen gesunden Pferderücken

  • vonGeorgia Lori
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Der Pferdesportverein Schäferhof Nidda besitzt einen sogenannten Movie, ein galoppierendes Holzpferd für das Voltigieren. Trainerin Jaclyn Lavorato erklärt, wie der »Movie« funktioniert und welche Vorteile er bietet.

Es ist still auf dem Schäferhof in Ober-Widdersheim unweit von Nidda. Sehr still. Nur Vogelzwitschern ist zu hören und das Schnauben eines Pferdes. Kinderlachen fehlt. Die wöchentlichen Voltigiergruppen sind in Corona-Zeiten ausgesetzt. Der »Movie« steht einsam im Stall.

Seit seiner Anschaffung am 22. Dezember 2018 hat er gute Dienste geleistet. Drei Jahre zuvor machte Lavorato, Trainerin von fünf Kindergruppen und einer Erwachsenen-Gruppe, den Vorschlag, einen Verein zu gründen. »Ich wollte Voltigierunterricht auf dem Schäferhof geben und eine eigene Abteilung aufbauen«, sagt Lavorato. Sie holte ihren Lebensgefährten Karsten Schäfer, dessen Vater Günther Schäfer und Pferdeinteressierte mit ins Boot.

Da der mittlerweile 90 Mitglieder starke Verein kein eigenes Pferd besitzt, stellte der Schäferhof sechs eigene Pferde für den Unterricht zur Verfügung. Lavorato verfügt über eine Trainer-B-Lizenz im Leistungssport und der Ausbildung zum Voltigierrichter. Sie trainiert 50 Kinder im Voltigieren und zehn Erwachsene. Sie selbst kommt aus dem Leistungssport.

Die Vorteile des »Movie«-Holzpferdes habe sie schnell erkannt, sagt sie. Die Pferde würden entlastet. Die Trainingseinheiten finden unter realistischen Bedingungen statt. Ein Rund-um-die-Uhr-Training ist möglich, und das Trainingsgerät eignet sich, um komplexe Bewegungsabläufe zu erlernen und Anfängern Grundlagen beizubringen. Auch müssen Galoppzeiten nicht mehr mit Hallenzeiten abgeglichen werden, zählt Lavorato auf.

Sie beaufsichtigt das Training persönlich. In der Halle zeigt sie, wie der »Movie« funktioniert. Das Trainingsgerät wird mit Strom betrieben. Über eine Fernbedienung wird die Geschwindigkeit geregelt. Auch die Gallopade vom Pferd, vom Pony bis zum Großpferd, wird simuliert. »›Rundumlauf-Movies‹ werden in Sporthochschulen eingesetzt«, sagt Lavorato, während sie auf dem Rücken des »Movies« verschiedene Übungen zeigt.

Auf den »Movie« wurde sie im Internet aufmerksam. Voltigierprofi Daniel Kaiser hatte bei der Entwicklung des High-tech-Trainingsgeräts zusammen mit Schreinermeister Peter Höppner mitgewirkt. Nach drei Monaten wurde der »Movie« aus der Nähe von Düsseldorf nach Nidda transportiert. Die Kinder liebten ihn auf Anhieb und erstellten mittlerweile im freien Training ihre eigene Kür, sagt Lavorato.

Der »Movie« ähnelt vom Aussehen einem Holzpferd und ist 145 Zentimeter hoch. Er besitzt einen Voltigiergurt mit Haltegriffen. Die Kosten beliefen sich auf 13 800 Euro. Die Anschaffung konnte dank eigener Rücklagen und einer Förderung der Stadt und des Landessportbundes ermöglicht werden.

Der Schäferhof leistet auch darüber hinaus Jugendarbeit, indem er sich etwa an den Ferienspielen der Stadt Nidda, Hungen und Reichelsheim beteiligt. In den Sommerferien werden für Kinder und Erwachsene Kurse mit und ohne Pferdesportabzeichen angeboten. In Corona-Zeiten schickt Lavorato ihren Schützlingen Hausaufgaben per E-Mail sowie Videos und Fotos.

Bestimmte Figuren und Bewegungsabläufe auf dem Pferd dürften nicht in Vergessenheit geraten. »Ich möchte, dass die Kinder sehen, dass jedes Pferd gleich viel wert ist. Jedes Pferd hat einen anderen Bewegungsablauf und Körperbau«, sagt Lavorato. Im Training verbessere sich nicht nur der Teamgeist der Kinder, sondern auch das Bewegungs- und Gleichgewichtsgefühl.

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